Keine Entlastung für größere Selbstnutzer von Solarstrom
Absage von Gabriel

Auf der Intersolar in München sprach am Freitag Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD, links) auch mit Frank Asbeck, dem Gründer von Solarworld. Bild: dpa
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Bayern
13.06.2015
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Selbstnutzer von Solarstrom aus größeren Anlagen können in Deutschland nicht mit finanziellen Entlastungen rechnen. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) erteilte Forderungen nach Nachbesserungen der Ökostromumlage für solaren Eigenstrom eine Absage. "Diese Schlacht ist geschlagen", sagte er am Freitag auf der Messe Intersolar in München. Er werde in seiner Amtszeit nicht von seiner Haltung abrücken.

Die Solarindustrie hatte die Abgabe als "Sonnensteuer" kritisiert und Nachbesserungen gefordert, weil sie ausgerechnet Bürger und Betriebe bestrafe, die sich an der Energiewende beteiligten. Der Bundesverband Solarwirtschaft will sogar vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.

Auf die Abgabe für selbst erzeugten Solarstrom hatten sich Union und SPD 2014 geeinigt. Demnach müssen Selbstversorger - vom Industrieunternehmen mit eigenen Kraftwerken bis zum Bürger mit einer größeren Solaranlage auf dem Dach - 40 Prozent der Ökostromumlage je Kilowattstunde als "Soli" entrichten. Damit sollte einer Schieflage begegnet werden: Durch die steigende Selbstversorgerzahl wurden die Umlagen beim Strompreis auf weniger Schultern verteilt, was den Preis nach oben treibt. Nur kleine Solaranlagen bis 10 Kilowatt maximaler Leistung sind von der Umlage ausgenommen.

Solarworld wollte auf der Messe mit einer Gruppe Breakdancer unter Beweis stellen, dass Solarmodule des Herstellers auch unter großer Last nicht brechen. Gabriel entschied bei seinem Messerundgang aber lieber für den Selbsttest - und schritt zusammen mit Solarworld-Chef Frank Asbeck auf die Module, die auf dem Boden befestigt waren. "Das ist der ultimative Test, wenn sie das aushalten", scherzte Gabriel in Anspielung auf das Gewicht, das beide Männer zusammen auf die Waage bringen. Solarworld hat die Krise der Solarbranche als einer der wenigen deutschen Hersteller überlebt.
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