Kosten für Umbau und Probleme in Sparte Stromerzeugung belasten Konzern - Quartalsgewinn sinkt
Siemens in schwerer See

Seit August 2013 führt der Niederbayer Joe Kaeser Siemens. Bild: dpa
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Bayern
31.07.2015
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Siemens bekommt das schwächere Marktumfeld zu spüren und kämpft mit anhaltenden Problemen in der Sparte Stromerzeugung. Im dritten Geschäftsquartal schnitt Siemens beim Gewinn auch wegen der Kosten für den Personalabbau schlechter ab als im Vorjahreszeitraum. Die Neuausrichtung des Unternehmens gehe weiter voran, sagte Konzernchef Joe Kaeser am Donnerstag. "Wir wissen aber, dass noch sehr viel zu tun ist. Die kurzfristigen Marktbedingungen sind dabei nicht sehr hilfreich", erklärte er in einer Telefon-Konferenz.

Sorgen bereitet dem Siemens-Chef die Wachstumsschwäche in China. Der erwartete Schlussspurt im vierten Quartal sei für den Konzern aber bereits sichtbar. Am Vortag hatte es einen Bericht über angebliche Gespräche zwischen Siemens und dem kanadischen Verkehrstechnikhersteller Bombardier über ein Zug-Bündnis gegeben, den Bombardier aber dementierte. Auch Kaeser ließ durchblicken, dass es keine Gespräche gab.

Im Quartal legte der Umsatz des Konzerns im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 18,8 Milliarden Euro zu. Der Auftragseingang stieg um vier Prozent auf 19,9 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungseffekte ergab sich dagegen ein Minus von 3 Prozent beim Umsatz und fünf Prozent beim Bestelleingang. Unter dem Strich sank der Gewinn wegen der Umbaukosten und der Probleme im Stromerzeugungsgeschäft um zwei Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro. Im Schlussquartal könnten noch einmal bis zu 400 Millionen Euro an Kosten für den Personalabbau anfallen, sagte Finanzvorstand Ralf Thomas - 274 Millionen Euro waren es im dritten Quartal.

13 000 Stellen fallen weg

Kaeser, der seit zwei Jahren an der Siemens-Spitze steht, hatte dem Konzern eine neue Struktur verpasst: So wurde die Einteilung des Geschäfts in Sektoren aufgehoben und die Zahl der Divisionen reduziert. Der Umbau kostet tausende Jobs. Zusammen mit geplanten Stellenstreichungen in der Stromerzeugungssparte (Power and Gas), über die noch mit Arbeitnehmervertretern verhandelt wird, plant Siemens den Abbau von mehr als 13 000 Jobs. Im dritten Geschäftsquartal stand die Sparte Power and Gas, die mit der Flaute im Geschäft für große Gasturbinen kämpft, weiter unter Druck: So brach der Auftragseingang bereinigt um Währungseffekte um gut ein Fünftel ein. Auch im Windkraftgeschäft lag Siemens bei den Bestellungen weit hinter dem Vorjahreszeitraum zurück, der allerdings einen Großauftrag enthalten hatte.

Eine Nachfrageschwäche macht zudem der Sparte Prozess-Industrie und Antriebe zu schaffen. Richten solle es ab 1. Oktober ein neuer Chef: Der 54-jährige Jürgen Brandes wird Nachfolger von Peter Herweck (48).
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