LBS Bayern kündigt Stellenabbau an

Wirtschaft BY
Bayern
09.12.2014
28
0

Die Bausparkasse LBS Bayern hat erstmals in ihrer Geschichte einen Stellenabbau angekündigt. Hohe Zinsversprechen aus alten Zeiten bringen die Bausparkasse in Bedrängnis und lassen den Gewinn schrumpfen.

Die Landesbausparkasse LBS Bayern leidet enorm unter der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Trotz boomenden Neugeschäfts mit Bausparverträgen und dem ungebrochenen Interesse der Bürger an Eigenheimfinanzierungen wird sich das Betriebsergebnis im laufenden Jahr wohl auf unter 30 Millionen Euro mehr als halbieren.

Niedrigere Gewinne

Da die "extreme Nullzinspolitik" der EBZ noch länger anhalten werde, seien die früher üblichen Betriebsergebnisse von konstant über 60 Millionen Euro "völlig unrealistisch", erklärte LBS-Vorstandssprecher Franz Wirnhier am Montag in München. Die niedrigen Gewinne der LBS werden auch auf die Bilanzen der bayerischen Sparkassen durchschlagen, den neuen Alleineigentümern des Baufinanzierers.

Grund für die schlechte Ertragslage ist der hohe Bestand an Altverträgen aus der Hochzinsphase vor 2009. Insgesamt hat die LBS noch rund 100 000 Bausparverträge mit Ansparzinsen von mehr als drei Prozent im Gesamtwert von knapp 3,2 Milliarden Euro im Portfolio. Diese lassen sich mit dem gegenwärtigen durchschnittlichen Darlehenszins von knapp über drei Prozent kaum refinanzieren. Zudem verzichten viele Kunden wegen der damals vereinbarten höheren Kreditzinsen auf ihr Darlehen, was wiederum die Zinseinnahmen der LBS drückt. Die LBS werde deshalb weiter seit mindestens zehn Jahren zuteilungsreife Bausparverträge kündigen, sagte Wirnhier. 2014 seien das rund 26 000 Altverträge gewesen. Vize-Chef Helmut Straubinger sagte, es seien rund 1100 Beschwerden von Kunden gegen die Kündigungen eingegangen.

Laut Wirnhier wird die LBS auf die zinsbedingt schlechte Ertragslage reagieren. So werde man die durchschnittliche Verzinsung der Einlagenbestände weiter absenken, unter anderem indem man die Garantiezinsen bei Neuverträgen weiter nach unten korrigiert anbiete. Zudem sollen die Kosten gesenkt werden. Dazu will die LBS bis Ende 2016 50 ihrer derzeit 630 Vollzeitstellen abbauen. Dies solle durch die natürliche Fluktuation, Vorruhestandsregelungen sowie eine Erhöhung der Teilzeitquote erfolgen. Fünf Millionen Euro sollen bei den laufenden Sachkosten eingespart werden.

"Boom bei Wohn-Riester"

Nach einer aktuellen Prognose wird die LBS heuer rund 213 000 neue Bausparverträge im Gesamtwert von knapp über acht Milliarden Euro abschließen. Beide Zahlen werden damit leicht unter Vorjahresniveau liegen. Wegen der niedrigen Darlehenszinsen ist die durchschnittliche Bausparsumme pro Vertrag auf den neuen Höchstwert von fast 38 000 Euro gestiegen. "Bausparen ist derzeit so attraktiv wie nie zuvor", erklärte Wirnhier. Kunden könnten sich jetzt günstige Darlehenszinsen schon für die kommenden Jahre einkaufen. Einen Boom gebe es beim altersvorsorgegerechten "Wohn-Riester".
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.