Löschen gegen Langeweile

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Bayern
26.09.2015
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Nach dem Urlaub sind schnell ein paar Hundert Fotos auf der Speicherkarte. Wer sie anderen zeigen möchte, muss sich schon etwas Mühe geben. Knallhart auswählen ist das eine. Für die Präsentation gibt es hilfreiche Programme.

Der Urlaub ist vorbei, die Speicherkarte der Kamera voll. Die Urlaubsfotos sollen Familie und Freunden präsentiert werden. Egal, ob für den klassischen Diaabend oder eine Präsentation im Web: Einige Punkte wie Dramaturgie und Nachbearbeitung der Bilder sollte niemand ignorieren. Zuerst muss man auszuwählen: "Bilder, deren Motiv zwar gefällt, die aber verwackelt sind, sollte man löschen", erklärt Liz Hensel, Redakteurin beim Foto-Blog lensarmy.de in Köln. Ebenso sollte das gleiche Motiv nicht mehrfach in der Diashow auftauchen. "Es ist immer schwer, sich zwischen mehreren guten Bildern zu entscheiden, aber für den Betrachter wird es im Zweifelsfall schnell langweilig", sagt Hensel.

Ihr Tipp lautet, die Bilder mehrfach durchzugehen. "Im ersten Schritt kann man alle löschen, die unscharf sind oder auf denen Menschen die Augen geschlossen haben." Im nächsten vergleicht man ähnliche Bilder und wählt das beste aus. Anschließend werden die Fotos so in Reihenfolge gebracht, dass sie Spannung erzeugen. "Wenn man Urlaubsbilder mit der Familie teilen möchte, macht es Sinn, bei der Auswahl thematisch und chronologisch vorzugehen", sagt Hensel. Fotos eines gemeinsamen Ausfluges gehören also hintereinander.

Mit Musik unterlegen

Manche Bilder gewinnen durch digitales Nachbearbeiten: "Falls nötig, sollte man Grundsätzliches wie Belichtung, Kontrast und Helligkeit korrigieren", erklärt Hensel. Wer sich nicht nur einfach durch die Bilder bei der Präsentation klicken will, kann diese mit Animationen, Video, Musik und Übergängen aufwerten. Hier helfen kostenpflichtige Fotopräsentationsprogramme. Die fertigen Videos lassen sich auf DVD brennen, ins Internet hochladen oder zum Beispiel auf Tablets für die Präsentation speichern. Die Fachzeitschrift "Fotomagazin" hat einige Programme getestet: Am besten schnitt Magix Fotostory 2015 Deluxe zum Preis von rund 50 Euro ab - "aufgrund des guten Kompromisses aus einfacher Bedienbarkeit und großer Funktionsvielfalt". Für Einsteiger ist den Testern zufolge CyberLink MediaShow 6 Deluxe (40 Euro) zu empfehlen: Sie böte zwar nur geringe Einflussoptionen auf den Ablauf. "Die Oberfläche ist dafür aber sehr übersichtlich und klar strukturiert, und mit Hilfe der Vorlagen ist eine ansprechende Präsentation schnell fertiggestellt."

Immer mehr Urlauber zeigen ihre Fotos auch im Internet. "Um seine Fotos online zu präsentieren, eignen sich Online-Cloudspeicher wie Flickr, Amazon Photo-Cloud, Dropbox und Co", sagt Moritz Wanke von der Zeitschrift "Chip Foto-Video". Je nach Anbieter steht ein unterschiedlich großer Datenspeicher zur Verfügung. Der Redakteur aus München empfiehlt, in den Cloudspeichern Ordner anzulegen und den Link an Freunde zu schicken: "Sie können sich bequem per Mausklick durch die Galerien bewegen und auf Wunsch sogar in voller Auflösung abspeichern - ideal, wenn ein Foto auch mal im Drucker landen soll."

Kostenlose Anbieter sind zum Beispiel Flickr, 500px oder Amazon Photo. "Besonders attraktiv wirkt unter den genannten der Yahoo-Dienst Flickr, der seinen Usern kostenlos ein Terabyte zur Verfügung stellt", ist Wankes Einschätzung. Der Upload der Bilder erfolgt per Drag&Drop: "Auf ,Hochladen' klicken, Bilder mit der Maus direkt ins Browser-Feld ziehen und den Upload abwarten." Zahlreiche Funktionen erleichtern das Sortieren und Aufbereiten des Materials: "Fotografen können selektiv und kollektiv Titel vergeben, Fotos in Alben verschieben, Rechte wie für die Wiederveröffentlichung vergeben und sogar die Aufnahmen komplett von der Öffentlichkeit ausschließen", sagt Wanke. Letzteres erweist sich zum Beispiel als praktisch, wenn eine private Party mit den Verwandten unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespeichert werden soll. "Per sogenanntem Gästepass kann der Nutzer eine Art Zugangsschlüssel verteilen, wobei die Bilder beziehungsweise das Album ausschließlich über diesen Link erreichbar sind", erklärt der "Chip"-Redakteur.

Kostenpflichte Anbieter bieten eine größere Anzahl an Zusatzfunktionen. So bietet zum Beispiel Adobe mit Creative Cloud einen Online-Speicher von 25 GByte, der sich nicht nur auf Fotos beschränkt, sondern zum Beispiel die Online-Ansicht von PDFs innerhalb der Cloud erlaubt. "Das kommt vor allem Nutzern von älteren Mobilgeräten entgegen", sagt Wanke. Und der Creative-Cloud-Speicher arbeitet mit weiteren Adobe-Programmen wie Lightroom und Photoshop eng verzahnt und kann bearbeitete Bilder direkt aus dem Programm in die Cloud hochladen.
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