Manager und Handel in Deutschland optimistisch - Aber: Verbraucher verunsichert
Allen Krisen zum Trotz

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Wirtschaft BY
Bayern
25.09.2015
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Die deutsche Wirtschaft stemmt sich trotz konjunktureller Alarmsignale weiter gegen den Wind. Der Ifo-Index als wichtiges Stimmungsbarometer aus den Chefetagen der Unternehmen legte im September erneut leicht zu. Besonders der Handel geht von guten Geschäften aus und hob seine Umsatzprognose für das laufende Jahr an. Statt mit bislang 1,5 Prozent rechnet der Handelsverband Deutschland nun für 2015 mit einem Umsatzplus von 2 Prozent.

Der erneute Anstieg des Ifo-Index kam für Konjunkturexperten überraschend: Seit Monaten rechnen sie unter anderem wegen der Wirtschaftsflaute in China und anderen Schwellenländern und der Nervosität an den Finanzmärkten mit einem Stimmungsumschwung. Stattdessen legte der Index leicht auf 108,5 Punkte zu. Ihre Lage beurteilten die rund 7000 befragten Firmen im September zwar schlechter als im Vormonat. Die Aussichten für die kommenden sechs Monaten fielen jedoch besser aus.

Die Sorgen um die Marke "Made in Germany" im Nachhall des VW-Skandals würden sich erst in der Oktober-Befragung des Ifo-Instituts niederschlagen, sagte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP-Bank-Gruppe. "Wir sollten uns aber nichts vormachen: Der Abgasskandal trifft ins Mark der deutschen Industrie."

Bei den Verbrauchern wachsen bereits Sorgen über die weitere Entwicklung der Wirtschaft: Das Konsumklima in Deutschland kühlt sich ab. Immer mehr Verbraucher rechnen inzwischen mit einer Schwächephase der deutschen Wirtschaft und befürchten, weniger Geld im Portemonnaie zu haben, wie die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) berichtete. "Die Konjunkturerwartung ist erfahrungsmäßig immer stark geprägt von Medienthemen, und da war natürlich zuletzt vor allem die Flüchtlingskrise präsent", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl der Deutschen Presse-Agentur. Sein Fazit: "Die Verbraucher fühlen sich verunsichert."
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