Medizintechnik könnte eigenständig werden
Siemens baut um

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Bayern
06.11.2014
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(dpa/üd) Der Siemens-Aufsichtsrat hat nach dpa-Informationen den Weg freigemacht für einen Verkauf der Hörgeräte-Sparte. Wie am Mittwochabend aus gut informierten Kreisen verlautete, soll die Sparte an den schwedischen Finanzinvestor EQT gehen. Das Unternehmen hatte sich zu der Aufsichtsratssitzung nicht geäußert, die am Mittwoch stattfand. Erwartet wurde, dass sich Konzernchef Joe Kaeser bei der Bilanz-Pressekonferenz heute zu weiteren Umbauschritten äußern dürfte.

Eigenständig unterm Dach

Die Aufseher hätten zudem auch die Bündelung des Deutschland-Geschäfts der Medizintechnik in eine eigenständige Einheit beschlossen, hieß es in den Kreisen weiter. Der Schritt gilt als eine Etappe, um die ganze Sparte zu einem unabhängigen Unternehmen unter dem Siemens-Dach zu machen.

Ein Sprecher sagte auf Anfrage unserer Zeitung, genauere Informationen könnten höchstens nach der Pressekonferenz genannt werden. Dann ließe sich auch kommentieren, ob und wie der Siemens-Standort in Kemnath (Kreis Neustadt/WN) von etwaigen Veränderungen betroffen ist: Rund 1200 Beschäftigte des Konzernsektors Healthcare entwickeln und fertigen hier unter anderem Komponenten für Computertomografie, Angiografie und Radiografie.

Börsengang geplant?

Konzernchef Joe Kaeser hatte schon zur Halbjahresbilanz im Mai angekündigt, dass die Medizintechnik eine eigenständige Rolle innerhalb von Siemens bekommen soll. Ein Grund: Die Sparte hat kaum Überschneidungen mit dem übrigen Geschäft, was etwa Marktzugänge oder Technologietransfer angeht.

Branchenbeobachter sehen den Schritt aber auch als mögliche Vorbereitung für einen Verkauf oder Börsengang der Sparte. Kaeser hatte im Mai angedeutet, die hohe Finanz-Bewertung des Geschäftsbereiches könne unter Umständen genutzt werden, um große Übernahmen zu stemmen. Die hochprofitable Medizintechnik-Sparte erzielte zuletzt mit 52 000 Mitarbeitern 13,6 Milliarden Euro Umsatz. In den vergangenen Wochen hatte sich bereits der Verkauf der Hörgeräte-Sparte für gut zwei Milliarden Euro abgezeichnet. Kaeser hatte die Sparte an die Börse bringen wollen, soll sich aber umentschieden haben.
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