Metaller schmieden Pläne für Warnstreiks

Wirtschaft BY
Bayern
09.01.2015
4
0

Mehr Geld, mehr Fortbildung, bessere Lösungen für die Altersteilzeit: Das sind die Forderungen der IG Metall für die rund 790 000 Beschäftigten der bayerischen Metall- und Elektroindustrie. Nächste Woche gehen die Tarifverhandlungen los.

Für die rund 790 000 Beschäftigten der bayerischen Metall- und Elektroindustrie beginnen in der kommenden Woche die Tarifverhandlungen. Am 14. Januar setzen sich Arbeitgeber und IG Metall in Augsburg zur ersten Verhandlungsrunde an einen Tisch. Damit bildet Bayern zusammen mit Baden-Württemberg den Auftakt der Metall-Tarifrunde in Deutschland.

5,5 Prozent mehr Geld

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten 5,5 Prozent mehr Geld sowie bessere Regelungen für die Altersteilzeit und die Weiterbildung. "Wir erwarten keine leichten Verhandlungen", sagte Hagen Reimer von der IG Metall. Die Pläne für erste Warnstreiks nach dem Ablauf der Friedenspflicht Ende Januar liegen bereits in der Schublade. Die Arbeitgeber hatten die Vorstellungen der Gewerkschaft als "realitätsfern" kritisiert. "Die Produktion stagniert, die Auftragseingänge gehen zurück, die Investitionspläne zeigen keinerlei Dynamik", warnte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie.

Ein Knackpunkt dürfte vor allem die Weiterbildung werden. Nach den Vorstellungen der IG Metall sollen Arbeitnehmer beispielsweise nach zwei Jahren Arbeit zwei Jahre Zeit für die Weiterbildung haben. Über die gesamte Zeitspanne soll der Arbeitnehmer ein verringertes, vom Arbeitgeber aufgestocktes Gehalt beziehen. Was genau unter die Weiterbildung fallen soll, ist bislang unklar. Fest steht für den bayerischen IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler aber, dass darüber nicht der Arbeitgeber bestimmen dürfe. "Es geht um die individuellen Weiterbildungsinteressen der Arbeitnehmer." Das könne auch eine Qualifikation sein, die der Firma nicht unmittelbar nutze: Zum Beispiel das Erlernen einer Fremdsprache. Eine Ausweitung der tariflich geregelten Weiterbildung auf die persönliche Qualifikation sei nicht berufsbezogen und damit Privatsache, sagte hingegen Brossardt.

Angebot gefordert

Auch in Niedersachsen lässt die IG Metall die Muskeln spielen. "Wir erwarten von den Arbeitgebern, dass spätestens zur zweiten Runde am 28. Januar ein Angebot auf dem Tisch liegt", sagte IG-Metall-Bezirkschef Hartmut Meine. Die Friedenspflicht endet am 29. Januar. Die Verhandlungen beginnen am 19. Januar. Parallel laufen die Verhandlungen im VW-Haustarif an. Insgesamt vertritt Meine 240 000 Mitarbeiter, darunter 115 000 Mitarbeiter im VW-Haustarif. Im VW-Haustarif besteht der Forderungsdreiklang aus 5,5 Prozent mehr Geld, Ausbildungsplatzgarantie und einem "Zukunftsplan gute Arbeit". Für Niedersachsen lauten die Forderungen wie bundesweit 5,5 Prozent mehr Geld geben plus Zugeständnisse für Alters- und Bildungsteilzeit.
Weitere Beiträge zu den Themen: Hannover (520)München (6404)Januar 2015 (7958)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.