"Milchmarkt gestalten statt Krisen verwalten"

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Bayern
02.09.2015
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Die deutschen Milchbauern sind wütend. Seit Tagen gibt es Proteste. Zum Abschluss einer bundesweiten Sternfahrt ging es am Dienstag mit Hunderten Traktoren in die Münchener Innenstadt. Ob der Protest gegen den Preisverfall bei der Milch etwas hilft, ist offen.

Milchbauern haben am Dienstag in München gegen den Preisverfall bei der Milch protestiert. Auf Transparenten warfen sie der Politik vor, der Entwicklung tatenlos zuzusehen und damit Existenzen zu vernichten. "Aber wir werden nicht sang- und klanglos untergehen", rief der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber, den Landwirten zu, die ihrem Unmut lautstark mit Kuhglocken Luft machten. Die Bauern waren zuvor mit Hunderten Traktoren ins Stadtzentrum gefahren. Die Kundgebung war Abschluss einer Sternfahrt von Landwirten aus mehreren Regionen, die in Schleswig-Holstein begonnen hatte. Nach der Kundgebung fuhren viele Landwirte zur Staatskanzlei und protestierten auch dort. Einige Bäuerinnen wollten auch die Nacht zum Mittwoch vor dem Gebäude verbringen, um mit der Mahnwache den Druck auf CSU-Chef Horst Seehofer zu erhöhen

Viele der rund 80 000 Milchbauern in Deutschland bangen um ihre Existenz, weil ihre Einnahmen aus der Milchproduktion in diesem Jahr massiv zurückgehen. Seit 2014 ist der Auszahlungspreis, den sie von den Molkereien erhalten, um mehr als zehn Cent pro Kilo Rohmilch gefallen. Der BDM macht für den Preisverfall das derzeitige Überangebot an Milch nach dem Wegfall der Milchquote verantwortlich und fordert ein vorübergehendes Verbot der Überproduktion durch die EU und einen Mindestpreis von 40 Cent. "Milchmarkt gestalten statt Krisen verwalten", forderten die Landwirte.

Etliche Plakate richteten sich gegen die CSU und Bundesagrarminister Christian Schmidt, dem sie mangelnde Unterstützung vorwerfen. Die Politik ist allerdings uneinig, mit welchen Maßnahmen sie gegen den Milchpreisverfall vorgehen soll. Nach einem Treffen von Schmidt mit seinen französischen und polnischen Amtskollegen am Montag wurde deutlich, dass Frankreich eine Intervention am Markt anstrebt. Schmidt lehnt dies ab.
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