Milchpreis macht Bauern sauer

Gutes Aussehen reicht bei Milchkühen - wie hier bei der Prämierung bei der "Schau der Besten" - eben nicht. Milchviehhalter wollen bundesweit gegen die Niedrigpreise für Milch protestieren. Bild: dpa
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Bayern
25.08.2015
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Bayern ist bei der Milch Spitzenreiter in Deutschland: Nirgendwo sonst gibt es so viele Milchbauern wie im Freistaat. Viele bangen nun wegen der sinkenden Milchpreise um ihre Zukunft.

Die sinkenden Milchpreise machen den Bauern in Bayern als wichtigstem Erzeugerland schwer zu schaffen. Viele Milchviehalter fürchteten um ihre Existenz, sagte Landwirt Hans Haunerdinger vom Bundesverband Deutscher Milchviehalter am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Seit dem vergangenen Jahr seien die Auszahlungspreise der Molkereien um rund zehn Cent gesunken und lägen zum Teil bei unter 30 Cent pro Kilogramm Milch. "Das kann kein Betrieb auf Dauer überleben." Um ihre Unkosten zu decken, fordern die Bauern mindestens 40 Cent.

Kundgebung geplant

Am 1. September wollen die Bauern mit einer Kundgebung in München auf ihre Probleme aufmerksam machen. Die Aktion ist zugleich Abschluss einer bundesweiten Traktorfahrt, die am Montag im schleswig-holsteinischen Hohenwestedt begonnen hat. Auf vier Routen wollen sich Landwirte aus ganz Deutschland auf den Weg in die bayerische Landeshauptstadt machen.

Haunerdinger rechnet damit, dass viele Landwirte aus Bayern mitmachen werden: "Das wird eine stattliche Zahl." Start des bayerischen Protestzuges ist in den frühen Morgenstunden in Traunstein. Von dort fahren die Landwirte auf ihren Traktoren zum Odeonsplatz nach München.

Bayern ist Deutschlands Milchland Nummer eins. Rund 35 000 Milchbauern gibt es im Freistaat, das ist fast die Hälfte aller Milchbetriebe in Deutschland. Im Durchschnitt haben die Betriebe in Bayern 35 Kühe und sind damit wesentlich kleiner als in anderen Regionen: Der Bundesdurchschnitt liegt laut Bauernverband bei 56 Milchkühen. Für die Betriebe macht jeder Cent beim Milchpreis einen Unterschied: Für einen durchschnittlichen Milchbauern bedeuten schon drei Cent Differenz rund 6000 Euro weniger Einnahmen pro Jahr.
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