Nach Streik im Einzelhandel: Mehr Geld für Verkäufer
Durchbruch beim Einzelhandels-Tarif

Die Verdienstmöglichkeiten einer Kassiererin erlauben vielfach keine Altersvorsorge. Der Abschluss bedeute nun laut Arbeitgebern einen Reallohnzuwachs und sichere die Beschäftigung. Bild: dpa
Wirtschaft BY
Bayern
18.07.2015
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Am Ende ging alles ganz schnell: Monatelang hatten Beschäftigte im Einzelhandel für mehr Geld gestreikt. Nach dem Durchbruch in den Tarifverhandlungen in Baden-Württemberg mussten nun auch in Bayern nicht mehr viele Worte gewechselt werden.

Auch die rund 330 000 Beschäftigten im bayerischen Einzelhandel erhalten künftig mehr Geld für ihre Arbeit. Nach einem monatelangen Tarifstreit einigten sich die Arbeitgeber und die Gewerkschaft Verdi am Freitag in München auf eine Anhebung der Löhne und Gehälter.

Bereits in der vergangenen Woche war der Durchbruch im Nachbarland Baden-Württemberg gelungen. Seitdem zogen mehrere andere Bundesländer nach - darunter Hessen, Berlin, Schleswig-Holstein, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland. Der Beginn der neuen Tarifverträge unterscheidet sich in den Ländern aber.

Auch Azubis profitieren

In Bayern erhalten die Beschäftigten zum 1. August 2,5 Prozent mehr und zum 1. Mai 2016 nochmals 2 Prozent, wie der Handelsverband Bayern in München mitteilte. Auch die Vergütungen für die Auszubildenden werden erhöht. "Damit gibt es deutliche Erhöhungen der Realeinkommen und es kommt spürbar mehr Geld bei den Kolleginnen und Kollegen an", sagte Verdi-Verhandlungsführer Hubert Thiermeyer.

Die Arbeitgeber sprachen von einem "tragfähigen Kompromiss". "Der Abschluss sichert Reallohnzuwachs und Beschäftigung", sagte Hauptgeschäftsführer Martin Aigner. In den vergangenen Monaten hatte Verdi in etlichen Städten zu Warnstreiks aufgerufen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Insgesamt habe es allein in Bayern mehr als 100 Aktionen gegeben, hieß es.

Verdi hatte in den Verhandlungen auf die schwierige finanzielle Lage vieler Verkäuferinnen und Verkäufer hingewiesen, die keinerlei Vorsorge für das Alter ermögliche. Insbesondere in teuren Städten wie München sei die Lage für die Beschäftigten schwierig. Ein Umzug in eine andere Stadt, wo die Lebenshaltungskosten niedriger sind, kommt für viele aber nicht in Frage.
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