Nach Untreue-Vorwurf: Götzl verlässt Genossenschaftsverband Bayern
Getrennte Wege

Seit 1. Januar 2005 war Stephan Götzl Vorstandsvorsitzender und Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern. Bild: hfz
Wirtschaft BY
Bayern
24.06.2015
11
0
Der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) und sein Präsident, der aus Kemnath (Kreis Tirschenreuth) stammende Stephan Götzl, gehen endgültig getrennte Wege. Beide Seiten hätten sich "im beidseitigen Einvernehmen" auf das vorzeitige Ende von Götzls Amtszeit verständigt, teilte der GVB am Dienstag in München mit. Götzl hatte sein Amt Ende Mai angesichts von Untreue-Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ruhen lassen.

Auf das Verfahren ging der GVB in seiner Mitteilung allerdings nicht ein. "Der Verbandsrat des GVB dankt Herrn Prof. Götzl für seine erfolgreiche Tätigkeit und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute", heißt es in dem kurzen Text. Ob Götzl, dessen Amtszeit eigentlich erst Ende 2019 enden würde, eine Abfindung erhält, wollte der GVB nicht sagen. Auch ansonsten äußerte sich der Verband nicht zu Details.

Die Staatsanwaltschaft geht dem Verdacht nach, Götzl habe private Ausgaben über die GVB-Kasse abgerechnet. Einen neuen Stand bei den Ermittlungen gibt es nach Auskunft der Staatsanwaltschaft derzeit nicht. Die Untersuchung werde sich noch eine Weile hinziehen, sagte ein Sprecher am Dienstag in München. Auch die verbandseigene Aufarbeitung läuft nach Worten eines GVB-Sprechers noch.

Details zu den Vorwürfen haben die Ermittler bisher nicht genannt. Medienberichte sprechen von Reisen und Feiern, die Götzl abgerechnet haben soll. Um welche Summen, welchen Zeitraum und um welche Abrechnungen es geht, ist aber weiter offen. Der GVB wollte sich bisher angesichts der laufenden Ermittlungen nicht äußern. Auch Götzl selbst ließ über den Verband ausrichten, sich nicht äußern zu wollen.

Nachdem die Ermittlungen Ende Mai öffentlich bekanntgeworden waren, ließ Götzl nach längeren Gesprächen mit dem Personalausschuss des Verbandsrats sein Amt ruhen. Der GVB ist die Dachorganisation der genossenschaftlichen Unternehmen in Bayern, darunter auch die Volks- und Raiffeisenbanken und damit einer der wichtigsten und größten Wirtschaftsverbände im Freistaat.

Götzl war seit 1. Januar 2005 Vorstandsvorsitzender und Präsident des GVB. Zuvor war er unter anderem bei Siemens und Pfleiderer beschäftigt. 1991/92 war er Staatssekretär für Umwelt und Gesundheit der rheinland-pfälzischen Landesregierung.
Weitere Beiträge zu den Themen: München (6406)Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.