Netzwerker hat Erfolg

In der Zentrale von Kabel Deutschland in Unterföhring bei München dürfte Zufriedenheit herrschen. Vor einem Jahr standen rote Zahlen in der Bilanz, diesmal sind es schwarze. Bild: dpa
Wirtschaft BY
Bayern
19.05.2015
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Mehr Umsatz und wieder schwarze Zahlen: Die Geschäfte der Vodafone-Tochter Kabel Deutschland laufen rund. Aber: Die Auseinandersetzungen mit einem Hedgefonds machen weiter Sorgen.

Kabel Deutschland profitiert von der wachsenden Nachfrage nach schnellen Internetanschlüssen. Nach der Übernahme durch den britischen Telekommunikationsriesen schreibt der größte deutsche Betreiber von TV-Kabelnetzen inzwischen auch wieder schwarze Zahlen, wie der Konzern am Montag in München bei der Vorlage der Zahlen für das Geschäftsjahr 2014/2015 mitteilte.

Vor einem Jahr hatte der Kabelnetzbetreiber infolge der rund 11 Milliarden Euro schweren Übernahme durch Vodafone noch einen Verlust von 68 Millionen Euro ausgewiesen. Der Umsatz kletterte im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr um 6,3 Prozent auf 2,02 Milliarden Euro. Der Konkurrent der Deutschen Telekom fuhr nach eigenen Angaben insbesondere in ländlichen Regionen die Investitionen für den Netzausbau hoch.

Weniger TV-Anschlüsse

Über das Jahr verkaufte das Unternehmen, das bundesweit mit Ausnahme der drei Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg vertreten ist, 450 000 neue Internetanschlüsse - immer mehr davon mit hohen Geschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde (Mbps). Die Zahl der herkömmlichen TV-Kabelanschlüsse ging dagegen etwas zurück. Allerdings verkaufte Kabel Deutschland an die bestehenden Kabelkunden auch mehr lukrative Fernsehpakete.

Vorstandschef Manuel Cubero rechnet mit weiteren Zuwächsen: Im laufenden Geschäftsjahr sollen Umsatz und bereinigtes Ergebnis (Ebitda) prozentual im "mittleren bis hohen einstelligen Bereich" zulegen.

Schwierige Themen für das Management bleiben aber: Im Zuge der Übernahme durch Vodafone macht der Hedgefonds Elliott des Investors Paul Singer nach wie vor Ärger. Nachdem eine im März einberufene außerordentliche Hauptversammlung dem Wunsch von Elliott widersprach, eine weitere Sonderprüfung durchzuführen, will der Finanzinvestor dies seit Mitte April vor Gericht erreichen.

Zu wenig Geld pro Aktie

Elliott und Singer wollen damit eine höhere Zahlung von Vodafone für die Aktien von Kabel Deutschland erstreiten. Das Argument: Die Übernahme sei mit dem von Vodafone seinerzeit gebotenen Preis von 84,53 Euro je Aktie zu günstig gewesen. Elliott hält jüngsten Angaben zufolge rund 13,5 Prozent, Vodafone 76,6 Prozent.
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