Niedrigster Juni-Wert seit 1991

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Bayern
01.07.2015
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Es gehört fast schon zum gewohnten Bild: Während Griechenland-Krise und flaue Konjunktur Deutschlands Wirtschaft überschatten, präsentiert sich der Arbeitsmarkt robuster denn je. In vielen Unternehmen entstehen weiter neue Jobs - die Arbeitslosigkeit sinkt.

Trotz des Tauziehens um die Zukunft Griechenlands und anderer Krisen ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland auf ein neues Rekordtief gesunken. Mit 2,711 Millionen Jobsuchern verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit (BA) die niedrigste Juni-Arbeitslosigkeit seit 1991. Dabei gab es 51 000 Erwerbslose weniger als im Mai und 122 000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 6,2 Prozent. Das teilte die BA am Dienstag in Nürnberg mit.

Vorstandschef Frank-Jürgen Weise zeigte sich mit der Entwicklung zufrieden. Allerdings machte er für die sinkende Erwerbslosigkeit hauptsächlich saisonale Faktoren verantwortlich, wie die verstärkte Beschäftigung in witterungsabhängigen Berufen: "Zum Ende der Frühjahrsbelebung ist die Zahl der Arbeitslosen nochmals gesunken - und zwar im saisonüblichen Rahmen", erläuterte Weise. Ohne jahreszeitliche Sonderfaktoren wäre die Zahl der Erwerbslosen dagegen nur um rund 1000 niedriger ausgefallen.

Bislang keine Auswirkung

Auch der zum Jahresanfang eingeführte Mindestlohn hat nach seiner Beobachtung bislang keine erkennbaren Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen. "Es gibt keine Auswirkungen in dem Sinne, dass in der Summe Jobs verloren gehen", sagte Weise. Zwar würden im Einzelnen Minijobs wegfallen; das habe die Wirtschaft aber durch neu geschaffene Stellen kompensiert. So gab es nach Weises Angaben nach den jüngsten Daten vom März mit 30,58 Millionen rund 521 000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze mehr als im Jahr davor. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg zwischen Mai 2014 und Mai 2015 um 206 000 auf 42,8 Millionen. Die gute Entwicklung spiegelt sich auch in der Zahl der offenen Stellen wider: Im Juni waren bei den Arbeitsagenturen 572 000 Jobangebote gemeldet, 78 000 mehr als vor einem Jahr.

Rund zwei Monate vor Beginn des neuen Lehrjahrs haben weniger Bewerber einen Ausbildungsvertrag geschlossen als im Vorjahreszeitraum. Bis Mai seien bei den Industrie- und Handelskammern zwei Prozent weniger Verträge eingetragen worden als im Vorjahreszeitraum, teilte BA mit. Bei den Handwerkskammern betrug der Rückgang ein Prozent. Bei den beiden Kammern werden neun von zehn Ausbildungsverträgen geschlossen. Rechnerisch gibt es derzeit 16 500 mehr gemeldete Bewerber als gemeldete Ausbildungsplätze. Vor einem Jahr war die Differenz noch fast doppelt so hoch.

Betreuungsoffensive

Unterdessen kündigte BA-Vorstand Raimund Becker eine Betreuungsoffensive für Flüchtlinge an. Über bestehende Pilotprojekte hinaus sollen weitere Ausländer frühzeitig auf den deutschen Arbeitsmarkt vorbereitet werden. Dazu will die BA rund 80 zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Sie sollen schon in den Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge geeignete Job-Bewerber auswählen. Diese sollen dann in einem dreimonatigen Förderprogramm in Betrieben mit der deutschen Arbeitswelt vertraut gemacht werden. Während dieses Praktikums erhielten die Ausländer einen fachbezogenen Deutschkurs.
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