Nürnberger Automobil-Zulieferer will mit Komplettlösungen punkten
Leoni setzt auf Kabel

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Bayern
11.08.2016
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Nürnberg. Der Automobilzulieferer Leoni will künftig auf dem Draht- und Kabelmarkt mit einen neuen Konzept angreifen. Statt allein Kabel wolle das Unternehmen für Industriekunden bald schon intelligente und sichere Übertragungssysteme und Komplettlösungen anbieten, kündigte der Konzern am Mittwoch bei der Vorlage seiner Halbjahreszahlen an. Als Einsatzgebiete kämen die Robotik, die Automatisierungs- und die Medizintechnik in Frage.

Die vom neuen Chef des Unternehmensbereichs Wire & Cable Solutions (WCS), Bruno Frankhauser, entwickelte Geschäftsstrategie solle "neue Markt- und Umsatzpotenziale" erschließen, sagte ein Sprecher. Anders als der Automotive-Bereich beliefert WCS größtenteils die Industrie mit Kabeln und Drähten; die Unternehmen verarbeiten sie bisher aber weitgehend selbst. Die Kabel- und Drahtsparte hatte im ersten Halbjahr auch unter starken Wechselkurs- und Kupferpreisschwankungen gelitten. Dadurch sackte der Bereichsumsatz im ersten Quartal auf 433 Millionen Euro ab - das sind 39 Millionen Euro weniger als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Dank eines verbesserten Produktmix kletterte allerdings der operative Gewinn (EBIT) von April bis Juni um rund 32 Prozent auf 20,5 Millionen Euro.

Dennoch haben die Probleme in der Bordnetzsparte dem Autozulieferer unter dem Strich einen herben Gewinneinbruch eingebrockt. Im zweiten Quartal sackte der Konzernüberschuss um fast ein Drittel auf 24,3 Millionen Euro ab, wie das Unternehmen in Nürnberg mitteilte. Der Umsatz lag dagegen mit 1,148 Milliarden Euro nur leicht unter dem Niveau des Vergleichsquartals 2015. Für das Gesamtjahr rechnet Leoni weiterhin mit einem Umsatz von 4,4 Milliarden Euro (2015: 4,5) und einem operativen Gewinn von rund 105 Millionen Euro (2015: 151,3).
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