Panzerbauer bilden Rüstungsriesen

Bei der Parade zum 14. Juli, dem Nationalfeiertag der Franzosen, rollten auch Kampfpanzer vom Typ "Leclerc" durch Paris. Bild: dpa
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Bayern
30.07.2015
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Europa hat einen neuen Rüstungskonzern. Krauss-Maffei Wegmann und sein französisches Pendant Nexter Systems fusionieren. In Paris wurde "Kant" auf den Weg gebracht.

Mit einer spektakulären Fusion haben der deutsche Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und sein französischer Konkurrent Nexter Systems einen neuen Rüstungsriesen in Europa geschaffen. Die Verträge des ehemaligen deutschen Familienunternehmens und des bisherigen Staatsbetriebs wurden am Mittwoch in Paris unterzeichnet. Ihren Plan hatten die beiden Firmen 2014 angekündigt.

Das Projekt läuft zunächst unter dem Namen "Kant" (für: KMW and Nexter together). Die Holding wird vorläufig als "Newco" firmieren. Durch ihr Zusammengehen wollen die Unternehmen ihre Position mit Blick auf den globalen Wettbewerb bei schrumpfenden nationalen Wehretats verbessern. Die Zustimmung der Kartellbehörden müssen sie noch einholen.

Die Fusion hatte Frankreichs Präsident François Hollande Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nahe gebracht. Der Zusammenschluss soll Doppelarbeit bei Forschung und Entwicklung vermeiden, Einkauf und Vermarktung bündeln und so letztlich die Kosten senken.

Sorgen, mit dem Zusammenschluss könnten die strengen deutschen Exportrichtlinien für Rüstungsgüter umgangen werden, trat die Bundesregierung entgegen. "Die strengen deutschen Exportvorschriften gelten unvermindert weiter", sagte der Sprecher des Wirtschaftsministeriums, Tobias Dünow, in Berlin. Der verteidigungspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, warnte vor einer französischen Übermacht in dem neuen Unternehmen.
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