Pilotengewerkschaft droht der Lufthansa - Funkstille im Konflikt bei der Bahn
Weiterer Streik noch diese Woche möglich

Wirtschaft BY
Bayern
22.10.2014
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Reisenden könnten noch in dieser Woche weitere Streiks bei der Lufthansa drohen. "Sollte sich im Tarifkonflikt weiterhin nichts tun, sollte bei der Lufthansa weiter gemauert werden, dann schließen wir weitere Streiks in dieser Woche nicht aus", sagte der Sprecher der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), Markus Wahl, am Dienstag.

Bis Mitternacht wollten die Piloten der Lufthansa bundesweit Flüge auf Kurz-, Mittel- und Langstrecken bestreiken. Die Lufthansa hatte daraufhin 1511 Flüge gestrichen. Betroffen sind etwa 166 000 Passagiere. Die Lufthansa und die Gewerkschaft Cockpit streiten vor allem um die Übergangsversorgung für 5400 Piloten im Lufthansa-Konzern. Die Fluggesellschaft will, dass ihre Piloten künftig frühestens mit 60 statt wie bisher mit 55 Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen können. Dagegen wehrt sich die Pilotengewerkschaft. Die Lufthansa bekräftigte ihre Verhandlungsbereitschaft. Ein Eilantrag, mit dem der Konzern die Gewerkschaft zu einem Ende der Streiks zwingen wollte, scheiterte am Dienstag in der zweiten Instanz vor dem Hessischen Landesarbeitsgericht. Trotz des Pilotenstreiks blieb ein Chaos an den Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt und München aus.

"Noch keine Antwort"

Bei der Bahn lässt nach dem zweitägigen Lokführerstreik am Wochenende die Wiederaufnahme der Tarifgespräche auf sich warten. Aus Sicht der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ist der Konzern am Zug. "Wir haben noch keine Antwort der Deutschen Bahn. Noch ist Funkstille", sagte GDL-Sprecherin Gerda Seibert am Dienstag. Die GDL pocht darauf, nicht nur die Lokführer federführend zu vertreten, sondern auch Zugbegleiter, Bistro-Mitarbeiter und andere Berufsgruppen. Die Bahn lehnt das ab. Sie möchte zwei verschiedene Tarifverträge für dieselbe Berufsgruppe vermeiden.

Reisebüros klagten über Mehrarbeit und hohe Kosten durch die derzeitige Streikwelle bei Bahn und Lufthansa. Vor allem auf Geschäftsreisen spezialisierte Anbieter müssten sich um zahlreiche Umbuchungen und Stornierungen kümmern, teilte der Deutsche Reiseverband am Dienstag mit. Das führe "zu enormen Mehrkosten für die Agenturen, die ihnen keiner erstattet".
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