Post: Proteste und Funkstille

Streikende Post-Mitarbeiter protestierten am Mittwoch in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern). "POST Personal ohne sichere Zukunft" steht auf einem Transparent. Bild: dpa
Wirtschaft BY
Bayern
18.06.2015
33
0

Im Tarifkonflikt bei der Post bleiben die Fronten verhärtet. Verdi und Management zeigen jeweils auf den anderen und fordern die Rückkehr an den Verhandlungstisch und tragfähige Kompromisse.

Im Arbeitskampf bei der Deutschen Post gibt es keine Signale für Entspannung. Die Tarifpartner forderten am Mittwoch den jeweils anderen auf, den ersten Schritt zu tun und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Es herrsche "totale Funkstille", sagte ein Verdi-Sprecher am Mittwoch.

Die Post forderte die Gewerkschaft auf, den Gesprächsfaden wieder aufzunehmen. Das Unternehmen sei jederzeit zu Verhandlungen bereit. Die stellvertretende Verdi-Chefin Andrea Kocsis rief ihrerseits das Unternehmen erneut dazu auf, einen tragfähigen Kompromiss zur Lösung des Tarifkonflikts zu entwickeln. Verdi habe sich kompromissbereit gezeigt, das erwarte man auch von der Post. Für Aufregung sorgte eine Anti-Streikkampagne der Deutschen Post. Dabei bewirbt das Unternehmen den E-Postbrief mit Sätzen wie "Das Gegenteil von Streik" oder "Streikt nie: Ihr digitaler Postempfang".

Streiks in Paketzentren

Am Mittwoch hatte die Gewerkschaft zusätzliche Postbeschäftigte in den Ausstand gerufen, bestreikt wurden dabei auch sechs Paketverteilzentren. Insgesamt befanden sich nach Angaben der Post 22 800 Beschäftigte im Dauerstreik. Bei einem Viertel der Briefsendungen und einem Drittel der verschickten Pakete rechnet die Post mit Verzögerungen.

Die Streiks in den bayerischen Briefsortierzentren haben den Postverkehr nach Einschätzung der Gewerkschaft Verdi in einigen Regionen fast zum Erliegen gebracht. "In den unbefristet bestreikten Bereichen sinkt die Postzustellung mittlerweile auf 20 bis 0 Prozent", sagte Anton Hirtreiter von Verdi Bayern. Wie viele Briefe in den einzelnen Bezirken zugestellt würden, hänge vor allem davon ab, wie viele Beamte im Einsatz sind, die die Auswirkungen abfedern. Inzwischen sind nach Angaben von Hirtreiter alle Briefsortierzentren sowie 160 der rund 550 bayerischen Stützpunkte für die Post-Zustellung in einem unbefristeten Streik.
Weitere Beiträge zu den Themen: München (6404)Berlin (7520)Juni 2015 (7772)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.