Ringen um mehr

Sowohl in Augsburg als auch in Sindelfingen verliehen Beschäftigte den Forderungen der IG Metall bei Kundgebungen Nachdruck. Bild: dpa
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Bayern
15.01.2015
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Erster Aufgalopp im Tarifkonflikt: In der Schlüsselbranche Metall und Elektro stellen sich Arbeitgeber und Gewerkschaft auf schwierige Verhandlungen ein.

Die Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie mit ihren bundesweit rund 3,7 Millionen Beschäftigten ist in Bayern und Baden-Württemberg gestartet. Mit einem dreiteiligen Forderungspaket ging die IG Metall in Augsburg und Sindelfingen an den Verhandlungstisch. Neben einem Entgelt-Plus von 5,5 Prozent fordert die Gewerkschaft eine verbesserte Altersteilzeit-Regelung sowie eine von den Arbeitgebern geförderte Weiterbildungsteilzeit. Ein rasches Ende nahm die erste Runde am Mittwoch in Bayern - wie erwartet ohne Ergebnis. Auch in Sindelfingen gingen die Tarifparteien ohne Ergebnis auseinander.

Beide Seiten erwarten langwierige und schwierige Verhandlungen: Die Arbeitgeber lehnen mit Blick auf den Fachkräftemangel einen Anspruch auf vorgezogenen Ruhestand ab. Es dürfe auch keinen Zwang für die Betriebe geben, persönliche Weiterbildung zu finanzieren. Die verlangte Einkommenserhöhung halten sie für unangemessen.

In beiden Tarifbezirken, in denen mit ihren jeweils rund 800 000 Beschäftigten in der Vergangenheit immer wieder richtungsweisende Abschlüsse gelangen, gibt es schon Pläne für Warnstreiks nach dem Ablauf der Friedenspflicht am 28. Januar. Die ersten Warnstreiks sollen nach Gewerkschaftsangaben heute und am Freitag in Thüringen beginnen - dort gibt es keine Friedenspflicht.

Beschäftigte aus ganz Bayern hatten am Tagungsort in der Augsburger Altstadt lautstark für einen besseren Tarifvertrag demonstriert. Nach Polizeiangaben kamen etwa 2500 Menschen zu der Kundgebung.
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