Rücktritte an Konzernspitze und schlechte Zahlen
GfK vor unruhigen Zeiten

Beim Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK sorgen der Rücktritt der Firmenspitze und schlechte Zahlen für Wirbel. Bild: dpa
Wirtschaft BY
Bayern
13.08.2016
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Nürnberg. Die Rücktritte kamen zwar plötzlich - aber nicht ganz überraschend. Die GfK ließ erahnen, dass der Stuhl von Vorstandschef Matthias Hartmann umso unsicherer wird, je länger die versprochenen Erfolge ausbleiben. Nach erneut enttäuschenden Geschäftszahlen und dem Rücktritt der Unternehmensführung steht das Nürnberger Marktforschungsunternehmen vor einem personellen Neuanfang.

Hartmann will zum Jahresende das Unternehmen, das weltweit Nummer Fünf der Branche ist, verlassen. Der Vorsitzende des GfK-Aufsichtsrats Arno Mahlert scheidet bereits mit Wirkung zum 12. September aus dem Aufsichtsgremium aus. Die Führung im Vorstand übernehme bereits zum 1. September das bisherige Vorstandsmitglied Gerhard Hausruckinger, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Er soll offiziell die Funktion eines "Vorstandssprechers" übernehmen, bis der Nachfolger Hartmanns gefunden sei. Als Grund für die Rücktritte wurden "unterschiedliche Ansichten" zur langfristigen Ausrichtung genannt.

Umstrukturierung verpufft


In Anlegerkreisen hieß es am Freitag, bei den Aktionären sei die Enttäuschung über die weitgehend wirkungslosen Änderungen im Konzen groß gewesen. "Herr Hartmann ist seit 2011 an der GfK-Spitze. Die Früchte der Umstrukturierung sind aber auch nach fünf Jahren noch nicht zu sehen", hieß es. Angesichts der schlechten Zahlen werde jeder Anteilseigner irgendwann unruhig. Das Unternehmen hatten nach Rückschlägen in den Vorquartalen auch im zweiten Quartal 2016 seine Verlustfahrt nicht stoppen können.

Mit 361,2 Millionen Euro lag der Umsatz um 6,1 Prozent unter dem Niveau des vergleichbaren Vorjahresquartals. Bezogen auf das erste Halbjahr schrumpfte der Umsatz mit 721,2 Millionen Euro um 3,4 Prozent. Den Gewinn im zweiten Quartal hat vor allem der gesunkene Wert des Unternehmens angesichts seiner schwierigen wirtschaftlichen Lage belastet. Die im Bereich Consumer Experience notwendig gewordenen Firmenwertabschreibungen von 139 Millionen Euro bescherten dem Konzern unter dem Strich einen Verlust von 148,2 Millionen Euro.
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