Schaeffler geht an die Börse

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Bayern
21.09.2015
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Seit der Beteiligung an Conti ächzt der mittelfränkische Autozulieferer Schaeffler unter einer milliardenschweren Schuldenlast. Ein Börsengang soll jetzt den Befreiungsschlag bringen.

Vom 5. Oktober an sollen rund 25 Prozent der Anteile am Familienunternehmen frei gehandelt werden, wie der Konzern am Montag in Herzogenaurach mitteilte. Die Netto-Erlöse werden auf rund drei Milliarden Euro geschätzt, der Konzern selbst machte dazu keine Angaben. Dafür trennt sich die Familie Schaeffler als bisheriger Alleineigentümer von bis zu 100 Millionen Vorzugsaktien. Zudem ist die Ausgabe von 66 Millionen neuen Anteilsscheinen geplant, ebenfalls als Vorzugsaktien, mit denen das Kapital des Unternehmens erhöht und die Schulden gesenkt werden. Die Papiere werden zunächst nur unter institutionellen Anlegern verteilt.

Ausschüttung noch heuer

Den Aktionären will Schaeffler künftig 25 bis 35 Prozent des Jahresüberschusses als Dividende auszahlen. Die erste Ausschüttung soll es bereits für dieses Jahr geben. Schaeffler hatte sich auf dem Höhepunkt der Finanzkrise mit der Beteiligung am Konkurrenten Continental finanziell übernommen. Danach ächzte das Unternehmen unter bedrohlich hohen Schulden. Doch dem früheren Dresdner-Bank-Vorstand und heutigem Vorstandschef Klaus Rosenfeld gelang es, die Finanzen neu zu ordnen und alte Schulden zu besseren Konditionen abzulösen.

Die Eigentümerfamilie gilt inzwischen als eine der reichsten in Deutschland. Nach Angaben eines Firmensprechers lastet auf der Schaeffler AG ein Schuldenberg von 6,2 Milliarden Euro. Die Schulden der Schaeffler-Holding, also der Dachgesellschaft, bezifferte er am Montag mit 3,6 Milliarden Euro.

Im ersten Halbjahr 2015 hatte Schaeffler vom guten Geschäft mit der Automobilindustrie profitiert. Der Gesamtumsatz kletterte verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 12,4 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Ohne Währungseffekte wären die Erlöse allerdings nur um 4,9 Prozent gestiegen. Unterm Strich blieben als Gewinn 309 Millionen Euro übrig, das waren 99 Millionen Euro mehr als im ersten Halbjahr 2014.

Getrübtes Klima

In den vergangenen Monaten trübte sich das Geschäftsklima für den Konzern aber wegen der China-Schwäche etwas ab. Im Gesamtjahr rechnet der Vorstand nun nur noch mit einem währungsbereinigten Umsatzplus von 4 bis 5 Prozent. Die Profitabilität solle auf dem Niveau des ersten Halbjahres bleiben. Die AG will ihre Verbindlichkeiten bis 2018 um eine weitere Milliarde Euro neben den Einnahmen aus dem Börsengang drücken. Künftig ist zudem die Ausgabe von Anleihen durch die Holding geplant.
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