Siemens und Osram legen Jahresbilanzen vor
Abschied auf Raten

Wirtschaft BY
Bayern
09.11.2016
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München. Siemens-Chef Joe Kaeser würde Osram wohl keine Träne nachweinen. Ein endgültiger Abschied dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein. In dieser Woche legen Osram (heute) und Siemens (am Donnerstag) ihre Jahresbilanzen vor. Die wichtigsten Fragen dazu:

Warum will Siemens sein Aktienpaket loswerden?

Für den Elektrokonzern gehört die ehemalige Tochter schon lange nicht mehr zum Kerngeschäft. Nach der Abspaltung über die Börse hält Siemens noch 17,5 Prozent an Osram. Zuletzt trübte Streit um die Zukunftsstrategie das Verhältnis empfindlich. Siemens-Chef Joe Kaeser hält den Plan von Osram-Chef Olaf Berlien für eine LED-Chipfabrik in Malaysia für zu risikoreich. Auf der Hauptversammlung entzog Großaktionär Siemens Berlien deshalb demonstrativ das Vertrauen. Anlass für Zeitdruck gibt es derweil kaum: Bei Siemens läuft es derzeit gut, so dass Kaeser die Gewinnprognose für das gerade abgeschlossene Geschäftsjahr 2015/16 (30. September) anheben konnte.

Wer sind die Interessenten?

Bisher waren vor allem zwei potenzielle Investoren aus China im Gespräch, nämlich der Finanzinvestor GSR Go Scale Capital und der Halbleiterhersteller San'an Optoelectronics, der auch erste Kontakte bestätigt hatte. Auch der Autozulieferer Continental soll über ein Engagement bei Osram nachgedacht, mit um die 50 Euro je Osram-Aktie aber aus Siemens-Sicht zu wenig Geld geboten haben.

Warum ist Osram interessant?

Als lukrativ gilt die Sparte Automobilbeleuchtung. Zudem hält Osram 18 000 Patente. Mit einem Einstieg könnten Chinesen also Geld anlegen und sich Technologie aneignen.

Wann fällt eine Entscheidung?

Das ist unklar. Zuletzt war es wieder etwas ruhiger um die anhaltenden Verkaufsspekulationen geworden. Das könnte auch daran liegen, dass noch über Details gerungen wird.

Wie steht die Politik zu einem Einstieg chinesischer Investoren?

Zuletzt wuchs in Berlin der Widerstand gegen die Übernahme zukunftsträchtiger Unternehmen. Auch Osram bekam das beim Verkauf seiner Lampensparte zu spüren.
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