Siemensianer werden "kämpfen wie Bären"

Mit einem bundesweiten Aktionstag haben IG Metall und Siemens-Mitarbeiter am Dienstag gegen den geplanten Stellenabbau bei dem Konzern Front gemacht. Bild: dpa
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Bayern
10.06.2015
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Der Ärger bei den Siemens-Beschäftigten wächst: Schon wieder stehen tausende Jobs auf der Streichliste von Konzernchef Joe Kaeser. Der verteidigt die Pläne.

Tausende Siemens-Beschäftigte haben am Dienstag gegen die neuen Stellenabbau-Pläne des Konzerns protestiert. An zahlreichen deutschen Standorten des Unternehmens, darunter Kemnath, machten sie ihrem Ärger bei Demonstrationen Luft und sammelten Unterschriften gegen die Kürzungen. Die IG Metall, die zu dem bundesweiten Aktionstag aufgerufen hatte, sprach am Mittag von mehr als 6000 Teilnehmern. Mehrere zehntausend Beschäftigte dürften zudem über Flugblattaktionen, Infostände und Betriebsversammlungen erreicht werden, erklärte ein IG-Metall-Sprecher in München.

Insgesamt 4500 Stellen

Mit dem Aktionstag wollen sich die Beschäftigten gegen den Abbau weiterer 2200 Arbeitsplätze in Deutschland zur Wehr setzen, den Siemens-Chef Joe Kaeser Anfang Mai verkündet hatte. Weltweit stehen deshalb noch einmal insgesamt 4500 Jobs auf der Kippe - nachdem der Konzernumbau und die Schwierigkeiten im Energiegeschäft bereits tausende Arbeitsplätze kosten.

Kaeser hält die Kürzungen für unvermeidlich. Diese würden aber "überlegt und sozialverträglich" verwirklicht, sagte der Siemens-Chef der dpa. Hintergrund sei die neue Situation im Stromerzeugungsgeschäft. "In Deutschland ist im Wesentlichen vor dem Hintergrund der Energiewende die Nachfrage für große Gaskraftwerke eingebrochen. Und auch im restlichen Europa ist es so, dass durch das geringe Wachstum dieser Länder und eine höhere Energieeffizienz der Bedarf insgesamt sinkt", sagte Kaeser.

In Berlin kündigte Birgit Steinborn, Vorsitzende des Siemens-Gesamtbetriebsrats, einen entschlossenen Einsatz für die Arbeitsplätze an. "Wir brauchen Innovation und Motivation statt Kosteneinsparungen und Personalabbau", so Steinborn. "Darum werden wir kämpfen wie die Bären."

"Spiel mit dem Feuer"

Nach Angaben der IG Metall versammelten sich vor der Berliner Siemens-Verwaltung rund 1500 Beschäftigte, um gegen Kürzungspläne des Vorstands zu demonstrieren. In Nürnberg beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben rund 1200 Beschäftigte an einer Protestaktion.

Dabei warnte Bayerns IG-Metall-Bezirkschef Jürgen Wechsler davor, zugunsten kurzfristiger Sparmaßnahmen zentrale Bereiche im Kerngeschäft von Siemens zu schwächen. Das sei ein "Spiel mit dem Feuer".
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