Soll der Regen doch kommen

Softshelljacken gibt es bereits auch im Freizeitbereich. Bild: Regatta
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Bayern
31.10.2015
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Der Blick aus dem Fenster zeigt es schon beim Aufstehen: Heute wird es nass auf dem Weg zur Arbeit. Also was anziehen? Regenkleidung muss her. Aber wie sieht die idealerweise aus?

Trist, dunkel und uninspirierend: Regenbekleidung sah bisher meist aus wie das Wetter, vor dem sie schützen soll. Modische Schlechtwetterjacken oder gar -hosen suchte man vergebens. "Noch immer ist es schwer, Regenbekleidung zu finden, die Funktionalität und Ästhetik vereint", sagt Mara Michel, Geschäftsführerin des Netzwerks deutscher Mode- und Textildesigner (VDMD) in Würzburg.

Doch langsam tue sich einiges. Ein gutes Beispiel dafür sind Gummistiefel. Ob knallig rot, in zarten Pastelltönen, kariert oder mit Rosen-Prints - für jeden Geschmack ist in diesem Herbst etwas dabei. Auch bei den Sohlen hat sich etwas getan. "Gummistiefel sind nicht mehr nur mit flachem, sondern auch mit Block-, dezentem Plateau- oder Keilabsatz erhältlich", sagt Michel. Einige gehen bis zum Knie, andere haben die Form von Chelsea Boots. Stretch-Einsätze am Schaft erleichtern das An- und Ausziehen. "Die Schuhindustrie hat die Zeichen der Zeit erkannt."

Softshelljacken

Bei den Regenhosen sei es aber aber schwieriger. Eine wirkliche Alternative zur überziehbaren Regenhose aus leichtem, wind- und wasserdichtem Polyester gebe es nicht. Für den Arbeitsbereich konzipierte Softshell- jacken haben schon ihren Weg in den Freizeitbereich gefunden. Sie sind wasserabweisend, winddicht, atmungsaktiv und strapazierfähig. Und dank ihres Innenfutters mit Thermoreflektor-Zone im Rücken halten sie auch an kalten Herbsttagen warm. "Oder denken wir an die klassischen Jacken für Hafenarbeiter", sagt Thomas Lange, Geschäftsführer vom Modeverband German Fashion in Köln. Die gelben Raincoats seien heute aus keiner Fußgängerzone mehr wegzudenken.

Die puristischen Jacken im Seefahrerlook verfügen über eine wasserfeste PVC-Beschichtung. Das leichte Innenfutter hält Kälte ab, die große Kapuze schützt bei Bedarf den Kopf. "Wirklich praktische Regenbekleidung haben wir bislang insbesondere im Bereich der Arbeitsschutzbekleidung vorgefunden", fasst es Lange zusammen. "Als die Hersteller merkten, dass immer mehr Privatkunden bei ihnen einkaufen, haben sie verstärkt Wert auf Mode gelegt."

Ansonsten dominieren nach wie vor Trenchcoats das Bild. Sie kommen mit breitem Taillengürtel, großen Knöpfen und an der Hüfte ausgestellt weiblich und verspielt daher und sind hinten länger geschnitten. Eine modische Alternative sind Capes, unter denen sich auch die Handtasche vor Wind und Wetter schützen lässt. Außerdem bieten sie Fahrradfahrern Bewegungsfreiheit. Ob Regenmantel, -jacke oder Cape: Alle sind mittlerweile auch in knalligen Farben oder mit Punkt- und Blumenmuster erhältlich.

Transparente Regenmäntel

Ein weiterer Rain-Wear-Trend deutete sich bereits im vergangenen Jahr auf den Laufstegen an. Während die Designer damals ihre Models noch in durchsichtige Blusen steckten, sind in diesem Jahr die Regenmäntel transparent. Aus durchsichtigem PVC gefertigt, schützen sie nicht nur vor Regen, sondern zeigen auch die darunterliegende Kleidung. Einige Hersteller haben ihre Modelle leicht eingefärbt. Einen Nachteil haben die Kunststoffjacken aber. "Man schwitzt schnell, denn das Material ist nicht in der Lage, das Körperklima zu regulieren", erläutert Designerin Gabriele Jost, die sich mit technischen Textilien und technischen Anwendungen textiler Produkte befasst.

Kleidung leuchtet

Funktionale Regenbekleidung ist dagegen atmungsaktiv. "Sogenannte Phase-Change-Materialien sind in der Lage, Temperaturen auszugleichen, indem sie ihren Aggregatzustand von fest zu flüssig oder umgekehrt ändern. Sie speichern die Körperwärme bei Kälte oder geben sie nach außen ab, wenn man schwitzt." Anwendung findet diese Technologie bislang aber eher bei Arbeits- und Sportbekleidung.

Ein weiteres Manko: Rain Wear ist häufig unkomfortabel. So gibt es mittlerweile zwar knielange Röcke aus wasserabweisendem Vinyl. "Aber für die Arbeit sind sie eher ungeeignet, nicht nur wegen der glänzenden Oberfläche sondern auch, weil man schlecht damit sitzen kann", gibt Jost zu bedenken. "Regenbekleidung sollte nicht nur vor Wind und Wetter schützen, sondern auch ein angenehmes Tragegefühl bescheren, modisch und sowohl für einen Spaziergang im Nieselregen als auch fürs Büro geeignet sein."
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