Sommerflaute auf Arbeitsmarkt

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Wirtschaft BY
Bayern
31.07.2015
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Es ist Sommer: Viele Betriebe verabschieden sich in die Werksferien und verschieben Neueinstellungen auf den Herbst. Zudem melden sich die Schulabgänger arbeitslos. Die Zahl der Jobsucher steigt deshalb an. Die Bundesagentur hält den Arbeitsmarkt trotzdem für robust.

Wegen der Sommerpause in vielen Betrieben und zahlreicher Schulabgänger auf Stellensuche ist die Erwerbslosenzahl in Deutschland im Juli um 61 000 auf 2,773 Millionen gestiegen. Das sind dennoch 99 000 Betroffene weniger als vor einem Jahr. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote legte im Vergleich zu Juni um 0,1 Punkte auf 6,3 Prozent zu.

In Bayern stieg die Zahl der Arbeitslosen auf rund 243 700. Die Quote im Freistaat blieb im Monatsvergleich unverändert bei 3,4 Prozent. Mit Ausnahme des Boomjahres 2012 ist das der niedrigste Juli-Wert seit Beginn der Aufzeichnungen 1991.

"Insgesamt steht der Arbeitsmarkt aber gut da", betonte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Hauptursache für den Anstieg sei die "Sucharbeitslosigkeit" junger Menschen, die in den Sommermonaten ihre betriebliche oder schulische Ausbildung beenden und deshalb derzeit eine Stelle suchen. Zumal zugleich die Zahl der offenen Stellen im Juli auf bundesweit nunmehr 589 000 stieg. "Besonders gesucht sind zurzeit Arbeitskräfte in den Berufsfeldern Verkehr und Logistik, Metallerzeugung, -bearbeitung, Metallbau sowie Verkauf", erläuterte die BA. "Es folgen Berufe in Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik, Maschinen- und Fahrzeugtechnik und Gesundheitsberufe."

In Bayern sind fast 92 000 Stellen unbesetzt, so viele wie seit 2001 nicht mehr. "Die meisten Stellenzugänge kommen dabei aus dem Handel, dem verarbeitenden Gewerbe, dem Gesundheits- und Sozialwesen und der Zeitarbeit", zählte Markus Schmitz, Chef der Regionaldirektion der BA, auf.

Die Konjunkturentwicklung zeigt sich auch im weiteren Anstieg der Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Insgesamt stieg die Erwerbstätigkeit nach den jüngsten Daten vom Juni saisonbereinigt um 10 000 auf bundesweit 42,95 Millionen - 157 000 mehr als im Vorjahr. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte von April auf Mai um 22 000 auf 30,65 Millionen zu. Das sind 523 000 Menschen mit einem regulären Job mehr als vor einem Jahr. Für Bayern meldete die Regionaldirektion einen Allzeit-Rekord bei der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten: Nach Daten vom Mai gehen gut 5,16 Millionen Menschen im Freistaat einer regulären Beschäftigung nach. Die stärksten Zuwächse gab es im vergangenen Jahr wegen der alternden Bevölkerung bei Berufen im Gesundheits- und Sozialbereich.

Verhalten positive Nachrichten kamen vom Ausbildungsmarkt: Dort überstieg die Bewerberzahl zuletzt nur leicht die Zahl der gemeldeten Stellen. "Allerdings wird der Ausgleich erheblich erschwert durch regionale, berufsfachliche und qualifikatorische Disparitäten", erklärte die BA. Für eine abschließende Bewertung sei es ohnehin noch zu früh.
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