Sommerflaute auf Arbeitsmarkt

Wirtschaft BY
Bayern
02.09.2015
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Auf dem deutschen Arbeitsmarkt macht sich die Sommerflaute bemerkbar: In vielen Unternehmen läuft der Betrieb auf Sparflamme, viele Schulabgänger melden sich arbeitslos. Im August stieg die Zahl der Jobsucher aber weniger stark an als in den Vorjahren.

Die Sommerpause hat die Arbeitslosenzahl im August weiter steigen lassen. 2,796 Millionen Menschen in Deutschland waren ohne Job. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mit. Das waren 23 000 mehr als im Juli. In den vergangenen drei Jahren war die Zahl der Arbeitslosen im August im Schnitt um 30 000 gestiegen. Deshalb sagte Behördenchef Frank-Jürgen Weise: "Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiterhin günstig: Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind im August saisonbereinigt gesunken, das Beschäftigungswachstum hält an."

Es ist zudem die niedrigste Arbeitslosigkeit in einem August seit 1991. Die Arbeitslosenquote nahm gegenüber Juli um 0,1 Punkte auf 6,4 Prozent zu. Saisonbereinigt sank die Zahl der Jobsucher um 7000 auf 2,790 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahr waren 106 000 Menschen weniger erwerbslos gemeldet. Hauptursache für den Anstieg im August sei die anhaltende Sommerpause, sagte Weise. Viele junge Menschen melden sich nach abgeschlossener Schul- oder Berufsausbildung vorübergehend arbeitslos. Außerdem stellen die Unternehmen in den Ferien weniger neue Mitarbeiter ein.

Mehr offene Stellen

Die Zahl der offenen Stellen stieg im August auf bundesweit 597 000. Das sind 81 000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der Erwerbstätigen nahm den jüngsten Daten vom Juli zufolge saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 26 000 auf 42,99 Millionen zu. Das sind 160 000 mehr als im Vorjahr. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte von Mai auf Juni um 41 000 auf 30,72 Millionen zu. Das sind 547 000 Menschen mit regulärem Job mehr als vor einem Jahr.

In Bayern waren im August 253 500 Menschen erwerbslos gemeldet. Das waren 9800 oder vier Prozent mehr als im Juli, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Juli um 0,2 Punkte und liegt derzeit bei 3,6 Prozent. Das ist die niedrigste August-Quote, die jemals in Bayern gemessen wurde. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Erwerbslosen um knapp 9300 zurück. Ein weiteres Zeichen für die gute Entwicklung: Bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung wurde im zweiten Monat in Folge ein Allzeit-Hoch erreicht. Die Zahl der Menschen mit regulärem Job stieg nach den jüngsten Zahlen vom Juni im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent auf 5,179 Millionen.

Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften entwickelte sich weiter positiv. Die Unternehmen meldeten im August rund 32 400 neue Stellen zur Vermittlung.
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