Spielwarenmesse in Nürnberg setzt auch auf erzieherischen Faktor
Ponys, Puppen, Pädagogik

Wirtschaft BY
Bayern
28.01.2015
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Der Promi-Auflauf bei der Neuheitenschau auf der Spielwarenmesse in Nürnberg war wieder einmal beachtlich: Komikerin Mirja Boes, Moderatorin Enie van de Meiklokjes oder auch die Models Rebecca Mir und Jana Ina Zarella präsentierten am Dienstag die neuesten Trends - vor allem für Mädels. Doch es geht bei der weltgrößten Fachmesse für Spielzeug bis Montag nicht nur um Ponys, Puppen und rosa Schnickschnack. Vorstandsvorsitzender Ernst Kick sieht auch den pädagogischen Auftrag für die Hersteller: "Wir wollen nicht, dass die Kinder vier Stunden lang auf einen Bildschirm glotzen."

Der gebürtige Weidener Kick erklärt im Gespräch mit unserer Zeitung, dass Soziologen und Pädagogen weltweit unterwegs seien, um die Trends bei den Kindern zu untersuchen. Die Unterschiede seien enorm. Als Beispiel nennt Kick Japan, den zweitgrößten Spielwarenmarkt der Welt: "Da geht es sehr skurril, laut, glitzernd zu. Bei uns würden diese Sachen nie gehen." In Europa würden Lernspiele eine größere Rolle spielen. Der Messe-Chef äußert sich zuversichtlich, dass die Spielwarenschau auch heuer ein Erfolg werde. Mit 2857 Ausstellern sei ein neuer Rekord erzielt worden: "Das ist auch die Obergrenze, mehr geht nicht."

Drei Trends bestimmen die Messe: Naturwissenschaften, laut Kick "das Berufsbild der Zukunft", Kreativität ("Basteln bleibt immer aktuell") und neue Technologien. Roboter, die mit Gesten gesteuert werden sind ebenso zu sehen wie Fahrzeuge, die mit einem Smartphone oder Tablet gelenkt und programmiert werden.

Der Markt brummt. Im vergangenen Jahr steigerte die Branche ihren Umsatz nach vorläufigen Zahlen um mehr als vier Prozent auf gut 2,7 Milliarden Euro. Dabei könnte der Online-Handel nach der Einschätzung von Kick seinen Zenit überschritten haben: "Der große Hype im Internet ist vorbei." Die Händler seien gefragt, die Bedürfnisse der Kunden umzusetzen. Ohne eigenen Online-Shop werde es schwierig. Kick: "Viele wollen die Sache eben nach Hause geliefert bekommen."
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