Staatsanwaltschaft klagt ehemalige HRE-Führung an
Ex-Vorständen droht Prozess

Seit seinem Rücktritt als Chef der Hypo Real Estate Anfang 2008 war Georg Funke in der Öffentlichkeit in Deutschland nicht mehr aufgetreten. Er fühlte sich zu Unrecht als Zocker verfolgt und verlegte seinen Wohnsitz von München nach Mallorca. Archivbild: dpa
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Bayern
30.09.2014
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Sechs Jahre nach der Rettung der Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) droht der ehemaligen Führungsriege um Vorstandschef Georg Funke ein Strafprozess vor dem Landgericht München. Die Münchener Staatsanwaltschaft bestätigte am Montag eine Anklage gegen die acht ehemaligen Top-Manager. Die Ermittler werfen Funke & Co vor, die Lage des Unternehmens in der Konzernbilanz 2007 und der Halbjahresbilanz Mitte 2008 nicht richtig dargestellt zu haben.

"Diese unrichtige Darstellung ist vom gesamten ehemaligen Vorstand zu verantworten", erklärte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch. Das Gesetz sehe dafür eine Strafe bis zu drei Jahren Haft vor.

Einem ehemaligen HRE-Finanzvorstand wirft sie auch Marktmanipulation bei einer Investorenkonferenz vor. Dagegen stellte sie die Ermittlungen wegen Verdachts der Untreue beim Erwerb der Depfa-Bank sowie falscher Ad-hoc-Mitteilungen im Januar und September 2008 ein.

Das Landgericht München muss nun entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird und es zu einem Prozess kommt. "Wann diese Entscheidung ergehen wird, ist derzeit nicht abzusehen", sagte eine Gerichtssprecherin. Angesichts des Umfangs des Verfahrens sei damit nicht vor dem kommenden Jahr zu rechnen. Für den Fall ist die 5. Strafkammer um den Vorsitzenden Richter Peter Noll zuständig, der derzeit auch über eine Anklage gegen den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, im Zusammenhang mit der Kirch-Pleite entscheiden muss.

Rücktritt im Herbst 2008

Funke trat Anfang Oktober 2008 als Vorstandschef zurück, nachdem die HRE fast zusammengebrochen war und mit Steuergeldern in Milliardenhöhe gerettet werden musste. Nach seinem Abtritt bei der HRE zog er nach Mallorca und handelte dort mit Luxusimmobilien.

Sollte das Landgericht die Klage zulassen, müsste Funke als Angeklagter in einem Strafprozess persönlich vor Gericht erscheinen. Sein Anwalt Wolfgang Kreuzer hatte bereits angekündigt, für einen Freispruch Funkes zu kämpfen.
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