Stimmung so gut wie zuletzt 2006 - Sparen derzeit nicht attraktiv
Geldbeutel sitzt locker wie lange nicht mehr

Wirtschaft BY
Bayern
20.12.2014
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Die Stimmung der deutschen Verbraucher ist vor dem Start ins neue Jahr so gut wie lange nicht mehr. Die Bürger erwarteten, dass die Wirtschaft bald wieder anziehe, erläuterte das Marktforschungsinstitut GFK am Freitag in Nürnberg. Auch seien sie bereit, mehr Geld für größere Anschaffungen auszugeben. Gestützt wird dies durch eine rapide abnehmende Sparneigung und die niedrige Inflation. Der Konsumklimaindex stieg trotz eines kleinen Dämpfers bei der Einkommenserwartung von 8,7 Punkten für Dezember auf 9,0 Zähler für Januar. Besser war die Verbraucherstimmung zuletzt vor acht Jahren.

Auch die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen nahm zu. Ein Hauptgrund dafür sind die sinkenden Energiepreise. "Was ich einspare an Heizöl und Benzin, steht mir an anderer Stelle für Ausgaben zur Verfügung", erläuterte GFK-Experte Rolf Bürkl. Zumal auch die Sparneigung aufgrund der derzeitigen niedrigen Zinsen der Banken auf ein historisch niedriges Niveau gefallen ist.

Auch die niedrige Inflation unterstützt derzeit den Konsum: Wenn die Verbraucherpreise kaum zulegen, verringert sich auch die Kaufkraft nur wenig. Bei steigenden Löhnen bleibt sogar mehr im Portemonnaie übrig. Dennoch gingen im Dezember die Einkommenserwartungen auf hohem Niveau etwas zurück, ohne dass die Experten eindeutige Gründe dafür ausmachen konnten. Denn die Rahmenbedingungen wie der stabile Arbeitsmarkt und die Rekordbeschäftigung sind für die Verbraucher nach wie vor günstig.

Zwar sei die Verunsicherung angesichts der internationalen Krisenherde noch nicht verschwunden, schilderte die GFK. "Doch die Verbraucher rechnen damit, dass sich die Konjunktur relativ schnell erholt und bereits im Frühjahr wieder wachsen wird." Für 2015 erwarten die GFK-Experten erneut eine stabile Entwicklung bei den Ausgaben der Bevölkerung. Eine gute Entwicklung sei allerdings kein Selbstläufer, betonte Bürkl. "Dafür muss sich die geopolitische Lage weiter beruhigen."
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