Trotz Winterarbeitslosigkeit gute Aussichten
Arbeitsmarkt startet gut ins Jahr

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Bayern
02.02.2016
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Die Winterarbeitslosigkeit hat den bayerischen Arbeitsmarkt erreicht - die Zahl der Jobsucher steigt spürbar. Dies sei jedoch für die Jahreszeit absolut üblich, heißt es bei der Arbeitsagentur. Im Vergleich zum Vorjahr steht der Arbeitsmarkt gut da.

Nürnberg. Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im Januar deutlich auf etwa 290 800 gestiegen. Damit waren knapp 48 200 Menschen mehr ohne Job als noch im Dezember. Das entspricht einem Anstieg um fast 20 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg gegenüber dem Vormonat um 0,7 Punkte auf 4,1 Prozent, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg mitteilte.

Auf "sehr gutem Weg"


Der Chef der Regionaldirektion, Markus Schmitz sagte, die Winterarbeitslosigkeit habe den Arbeitsmarkt erreicht. Der starke Anstieg im Januar "wirkt im ersten Moment überraschend, ist aber für diese Jahreszeit absolut üblich". Im Winter melden sich viele Arbeitnehmer aus der Bauwirtschaft und anderen witterungsabhängigen Außenberufen arbeitslos. In Bayern sei der Anteil von Beschäftigten in diesen Branchen hoch. Entscheidend sei daher der Vergleich mit dem Vorjahr. "Und dieser zeigt, dass wir nach wie vor auf einem sehr guten Weg sind", sagte Schmitz. Im Januar waren im Freistaat fast 9300 weniger Menschen arbeitslos als noch vor einem Jahr. Die Quote verbesserte sich so um 0,2 Punkte. Zum Jahresstart zeige sich der Arbeitsmarkt "weiterhin robust und aufnahmefähig", so Schmitz. Die Zahl der offenen Stellen und der Menschen mit regulärem Job lägen weiter auf sehr hohem Niveau. "Damit können wir sowohl für jene Menschen, die schon in Bayern leben und Arbeit suchen, als auch für die neu hinzukommenden Flüchtlinge in Bayern beste Voraussetzungen bieten." Immer mehr Flüchtlinge kämen inzwischen auf dem Arbeitsmarkt an. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl um 7 Prozent und im Vergleich zum Dezember sogar um 18 Prozent. Derzeit betreuen die Jobcenter in Bayern rund 22 000 Asylbewerber. Für sie wurde ein Arbeitsmarktprogramm mit Sprachkursen organisiert.

Die bayerische Wirtschaft blickt inzwischen etwas weniger optimistisch, aber grundsätzlich weiter positiv in die Zukunft. "Eine Rolle spielt auch die Unsicherheit aufgrund der schwachen Weltwirtschaft und der geopolitischen Krisen", sagte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt. Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) zeigte sich dennoch optimistisch, "dass wir trotz vieler globaler Unsicherheiten und der Flüchtlingskrise auch in diesem Jahr wieder die Chance auf neue Tiefststände bei der Arbeitslosenzahl und der Arbeitslosenquote haben". Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erreichte derweil ein Rekordniveau. Nach Hochrechnungen hatten Ende November 5,3 Millionen Menschen in Bayern einen regulären Job - fast drei Prozent mehr als im Vorjahr. Und die Firmen suchen weiter: Die Zahl der offenen Stellen lag im Januar bei rund 89 500.

2,92 Millionen bundesweit


Bundesweit stieg die Zahl der Arbeitslosen im Januar um 239 000 auf 2,92 Millionen. Das ist der niedrigste Januar-Wert seit 1991. Im Vergleich zum Vorjahr waren es laut Bundesagentur für Arbeit 111 000 Erwerbslose weniger. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,6 Punkte auf 6,7 Prozent. "Das ist wirklich einmalig, dass wir in diesem Winter nicht über drei Millionen Arbeitslose kommen", sagte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise am Dienstag in Nürnberg.

Ober- und Mittelfranken erstmals unter 5 ProzentIm Vorjahresvergleich ging die Zahl der Jobsucher in fast allen bayerischen Regierungsbezirken zurück. In keiner Region lag die Arbeitslosenquote über fünf Prozent. In Ober- und Mittelfranken wurde die Fünf-Prozent-Marke sogar erstmals in einem Januar unterschritten. (Die Quoten beziehen sich auf alle zivilen Erwerbspersonen)

Oberpfalz: 24 997, 4,1 Prozent (Januar 2015: 4,3 Prozent)

Oberbayern: 96 051, 3,8 Prozent (Januar 2015: 4,0)

Niederbayern: 31 802, 4,7 Prozent (Januar 2015: 4,7)

Oberfranken: 26 749, 4,5 Prozent (Januar 2015: 5,0)

Mittelfranken: 46 467, 4,8 Prozent (Januar 2015: 5,1)

Unterfranken: 26 967, 3,7 Prozent (Januar 2015: 3,8)

Schwaben: 37 794, 3,7 Prozent (Januar 2015: 3,9)

Bayern gesamt: 290 827, 4,1 Prozent (Januar 2015: 4,3) (dpa)
Damit können wir sowohl für jene Menschen, die schon in Bayern leben und Arbeit suchen, als auch für die neu hinzu- kommenden Flüchtlinge in Bayern beste Voraussetzungen bieten.Markus Schmitz, Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur
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