Turbulente Hauptversammlung in Marktredwitz
Greiffenberger-Führung unter Beschuss

Wirtschaft BY
Bayern
26.08.2016
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Heftige Kritik an der Führung der angeschlagenen Greiffenberger AG: Kleinaktionäre und ihre Vertreter haben Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens massive Fehler und Versäumnisse vorgeworfen. Die Spitze des Unternehmens sieht die Attacken dagegen als ungerechtfertigt an.

Marktredwitz. Aktionär Professor Burkhard Götz klagte am Donnerstag bei der Hauptversammlung des Unternehmens in Marktredwitz (Kreis Wunsiedel): "Wir sind geschlachtet worden." Der Vorstand habe total versagt, der Aktienkurs sei im Keller und die Aufsichtsräte hätten ihre Kontrollfunktion nicht erfüllt. Es sei nicht nachvollziehbar, wie beim Teilkonzern ABM in Marktredwitz im vergangenen Geschäftsjahr Wertberichtigungen in zweistelliger Millionenhöhe entstehen konnten. Götz bezeichnete die Vergütungen von Marco Freiherr von Maltzan, der aktuell an der operativen Spitze des Unternehmens steht, und des früheren Allein-Vorstands Stefan Greiffenberger angesichts der desaströsen Entwicklung als viel zu hoch. Vor allem, weil das Unternehmen auch noch teure Dienste von externen Beratern in Anspruch genommen habe.

Maltzan sagte, es sei nicht absehbar gewesen, dass das Geschäftsjahr 2015 so schwierig verlaufen würde. Bis zum Sommer sei der Greiffenberger-Konzern noch auf Kurs gewesen. Der große Einbruch sei erst im September gekommen - und zwar "ohne Ankündigung", Für externe Faktoren - etwa den niedrigen Ölpreis, der sich auch negativ auf das Greiffenberger-Geschäft ausgewirkt habe -, könne man den Vorstand nicht verantwortlich machen. Auch hätten Vorstand und Aufsichtsrat unmittelbar Gegenmaßnahmen ergriffen, um die Probleme zu beheben.

Stefan Greiffenberger wurde mit großer Mehrheit in den Aufsichtsrat der Greiffenberger AG gewählt. Das stieß bei Aktionärsschützer Stephan Berninger auf Unverständnis: "Derjenige, der für die Misere verantwortlich ist, soll jetzt in den Aufsichtsrat. Das geht gar nicht", klagte er.

Die Greiffenberger AG hatte im zurückliegenden Geschäftsjahr einen Verlust von 25,7 Millionen Euro ausgewiesen. Der Marktredwitzer Teilkonzern ABM soll - wie berichtet - an den Freisinger Mittelständler Senata verkauft werden. Auch BKP (Kanalsanierung Velten bei Berlin) soll verkauft werden. Übrig bliebe dann nur noch nur noch Eberle in Augsburg (Metallbandsägeblätter und Präzisionsbandstahl).
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