Umbau drückt Osram in die roten Zahlen

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Bayern
05.02.2015
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Der Umbau bei Osram kostet erst einmal viel Geld. Das hat dem Lichtkonzern zum Jahresstart ein dickes Minus beschert. Der neue Konzernchef Olaf Berlien pocht auf eine rasche Neuausrichtung.

Tausende Mitarbeiter von Osram setzen viele Hoffnungen in ihren neuen Chef. Seit Januar führt der ehemalige Thyssen-Krupp-Manager Olaf Berlien das traditionsreiche Unternehmen - und steht vor eine großen Aufgabe. Rivalen aus Fernost, aber auch sinkende Preise setzen Osram unter Druck. Auf der anderen Seite muss die Branche Milliarden Euro in neue Technologien stecken.

Stellenabbau

Osram bekommt seit Jahren den Wandel zu spüren. Längst ist die moderne Leuchtdioden-Technik (LED) das wichtigste Feld. Und gerade die kann die Konkurrenz aus Asien deutlich billiger auf den Markt werfen. Ein Sparkurs und massiver Stellenabbau waren zwei der Antworten, die Berliens Vorgänger Wolfgang Dehen auf die Herausforderungen hatte.

In den kommenden Jahren will der Konzern bundesweit etwa 1700 Jobs streichen. Weltweit sind es rund 7800. Elf Werke rund um den Erdball wurden bis Ende September geschlossen oder verkauft. "Sollte sich der Markt nicht dramatisch verändern, wird es bei diesen Eckpunkten bleiben", sagt Berlien. Trotzdem will er möglichst einen Gang höher schalten und etwa interne Abläufe im Unternehmen beschleunigen. "Aus meiner Sicht müssen wir eher noch schneller und vielleicht noch einen Tick konsequenter werden", sagt er.

Klar ist für Berlien: "An dem Umbau wird sicher kein Weg vorbei führen." Daran dürfte der Manager auch bei seiner Tour durch die Osram-Werke in den vergangenen Wochen keinen Zweifel gelassen haben. Ob Augsburg, Eichstätt, Herbrechtingen in Baden-Württemberg, der Konzernsitz in München oder andere Standorte: Überall stehen spürbare Einschnitte an.

Wegen der Kosten für den Umbau rechnet Osram im laufenden Geschäftsjahr (30. September) mit einem deutlichen Gewinnrückgang. Im ersten Quartal sorgten die Sonderlasten für ein dickes Minus von 39 Millionen Euro, nach 68 Millionen Gewinn vor Jahresfrist. Mit seinen Schwierigkeiten ist Osram nicht allein. So will etwa der niederländische Philips-Konzern seine Beleuchtungssparte vom übrigen Geschäft trennen und sich dazu in zwei eigenständige Unternehmen aufspalten.

Automobilgeschäft

Der Lichtmarkt ist im Umbruch. 100 Jahre lang waren Osram, General Electric und Philips Platzhirsche im Licht-Geschäft. Nun gibt es sehr viele Konkurrenten, vor allem in Asien. Die sind vor allem billiger. Und einen Preiskampf kann Osram kaum gewinnen. Hoffnung macht vor allem das Automobilgeschäft. Dort wächst mit den Verkaufszahlen der Bedarf an innovativer Beleuchtung.
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