Verband der Metall- und Elektro-Industrie in Bayern fordert Kostenentlastung
Schleichend ins Ausland

Wirtschaft BY
Bayern
30.07.2015
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Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie (VBM), Bertram Brossardt, hat vor einem Bedeutungsverlust des Produktionsstandorts Bayern gewarnt. Die derzeit gute Lage der Metall- und Elektro-Unternehmen dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Verlagerung von Wertschöpfung ins Ausland als schleichender Prozess fortsetze. "Während sich im Inland bei Produktion und Investitionen kaum etwas tut, fahren die Unternehmen an ihren Auslandsstandorten eine klare Expansionsstrategie." Dies gelte in abgeschwächter Form auch für die Beschäftigungspläne.

Für Panikmache bestehe kein Anlass, er wolle seine Aussagen als Hinweis für notwendige Veränderungen verstanden wissen, so Brossardt. Dies gelte zum einen für die politischen Rahmenbedingungen, die Kostenentlastungen und den Erhalt flexibler Elemente auf dem Arbeitsmarkt enthalten müssten, zum anderen für die Unternehmen, die über Innovation und Digitalisierung ihre Produktivität erhöhen müssten. Während die Produktivität derzeit nur knapp über dem Vorkrisenniveau von 2007 liege, seien die Arbeitskosten im gleichen Zeitraum um 20 Prozent gestiegen. "Das kann auf Dauer nicht gut gehen", erklärte Brossardt.

Über 800 000 Mitarbeiter

Derzeit befänden sich die VBM-Mitgliedsfirmen in einer "guten wirtschaftlichen Lage". Hauptgrund sei der im ersten Halbjahr um 3,2 Prozent gestiegene Export. Bei den Beschäftigtenzahlen wurde für Bayern im Frühjahr erstmals seit 23 Jahren wieder die Marke von 800 000 geknackt. Da 42 Prozent der Unternehmen auch in der zweiten Jahreshälfte ihre Belegschaft aufstocken wollen, geht Brossardt von einem Jahresplus von 20 000 Mitarbeitern aus.

Die hohe Zahl an Neueinstellungen steht im Widerspruch zu den Erwartungen der Unternehmen. Denn eine Mehrheit der Firmen geht von einer konjunkturellen Eintrübung aus. Mit rückläufigen Geschäften rechnen vor allem der Fahrzeug- und der Maschinenbau. Gründe sind der einbrechende Export nach Russland sowie wirtschaftliche Probleme in Schwellenländern wie China.
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