Verbraucher in Deutschland sind in Konsumlaune
Konsumfreude treibt Konjunktur an

Wirtschaft BY
Bayern
27.03.2015
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Die Verbraucher in Deutschland sind in Konsumlaune wie schon lange nicht mehr. Daran ändert auch das Gezerre um den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone nichts. Konjunkturexperten sehen mit Zuversicht in die Zukunft.

Die Beschäftigten in Deutschland haben dank Mini-Inflation und kräftiger Lohnabschlüsse mehr im Geldbeutel. Das beflügelt die Kauflaune der Verbraucher und treibt die Konjunktur an. "Der Optimismus der Verbraucher nimmt auch im März weiter zu", sagte Rolf Bürkl vom Marktforschungsunternehmen GFK in Nürnberg. Die Verbraucherstimmung in Deutschland ist nach GFK-Angaben so gut wie zuletzt im Herbst 2001.

Nicht einmal das Tauziehen um den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone habe die Verbraucher verunsichert, erklärten die Konsumforscher am Donnerstag. "Gestützt auf einen schwachen Euro, der die Exporte stimuliert, sowie niedrige Energiekosten sehen die Konsumenten die deutsche Wirtschaft klar im Aufwärtstrend", hieß es.

Auch Rentenerhöhung

Die Einkommenserwartungen der Verbraucher legten angesichts steigender Beschäftigung, guter Tarifabschlüsse und einer schwachen Inflation auf ohnehin sehr hohem Niveau erneut zu. Die Renten werden in diesem Jahr ebenfalls steigen. Das Geld, das zusätzlich ins Portemonnaie fließt, geben die Verbraucher derzeit gerne aus. Die Ausgabenfreude wird zusätzlich befeuert durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die es seit langem unattraktiv macht, Geld auf die Seite zu legen. Denn Sparbuch und Co. werfen kaum noch etwas ab.

Die Reallöhne der deutschen Arbeitnehmer stiegen im vergangenen Jahr so stark wie noch nie seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2008. Nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes führte vor allem die geringe Inflation zu einer Reallohnsteigerung von 1,7 Prozent, wie die Behörde mitteilte. Nominal waren die Löhne gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent gestiegen. Da die Verbraucherpreise 2014 nur um 0,9 Prozent zulegten, hatten die Beschäftigten unter dem Strich deutlich mehr Geld in der Tasche.

Prognose angehoben

Die fünf Wirtschaftsweisen haben ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland angehoben. Der Sachverständigenrat erwarte nun für 2015 ein Plus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,8 Prozent, teilte das Gremium am Donnerstag mit. Im Jahresgutachten 2013/14 waren die Experten noch von nur 1,0 Prozent Wachstum ausgegangen.

Die Anhebung sei auf verbesserte Rahmenbedingungen wie dem gesunkenen Ölpreis zurückzuführen. Dies wirke sich positiv auf den privaten Konsum aus. Zugleich würden die Exporte durch die Abwertung des Euro im Zuge der lockeren Geldpolitik der EZB stimuliert. Da auch andere Länder des Euro-Raums davon profitierten, hob der Sachverständigenrat seine Prognose für das BIP-Wachstum in der Euro-Zone für 2015 von 1,0 Prozent auf 1,3 Prozent an.

Milder Winter

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung rechnet damit, dass die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2015 und 2016 weiter sinken wird. Der günstige Trend liefere starke Indizien dafür, dass die Einführung des Mindestlohns bislang keine messbaren Auswirkungen auf die Beschäftigung hatte, teilte IMK-Direktor Gustav Horn mit.

Die örtlichen Arbeitsagenturen seien bei ihren Erwartungen für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit etwas zurückhaltender geworden, sagte hingegen Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Eine Rolle habe dabei das milde Wetter der vergangenen Monate gespielt: Dadurch seien im Winter vergleichsweise wenig Menschen arbeitslos gewesen. Deshalb könne die Frühjahrsbelebung etwas schwächer ausfallen.
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