Verbraucher zögern stärker mit größeren Anschaffungen - Wohin mit dem Geld?
Krisenstimmung macht sich breit

Wirtschaft BY
Bayern
27.09.2014
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Die wachsende Sorge um die Zukunft der deutschen Wirtschaft dämpft die Kauflust der Verbraucher. Zum zweiten Mal in Folge habe sich im September das Konsumklima in Deutschland abgeschwächt, berichtete das Nürnberger Marktforschungsunternehmen GFK am Freitag in seiner Konsumklimastudie.

Die lange anhaltende Hochstimmung unter den deutschen Verbrauchern schlage zunehmend in Verunsicherung um. "Trotzdem bewegt sich das Konsumklima weiterhin auf hohem Niveau", betonte GFK-Konsumforscher Rolf Bürkl. Die Experten befragten für ihre jüngste monatliche Umfrage wieder rund 2000 Verbraucher. Viele Haushalte rechneten inzwischen nicht nur mit einer Konjunkturflaute. Sie stellten sich für die nächste Zeit auch auf ein geringeres Einkommen ein. Inzwischen zögerten Verbraucher auch stärker mit größeren Ausgaben. Vor allem beim Kauf von Möbeln und Unterhaltungselektronik gebe es eine etwas stärkere Kaufzurückhaltung als im zweiten Quartal, sagte Bürkl.

Die GFK-Experten führen die Zurückhaltung vor allem auf die "angespannte geopolitische Lage" zurück. Die Krisen und Kriege im Nahen und Mittleren Osten sowie der anhaltende Konflikt in der Ost-Ukraine verunsicherten viele Verbraucher. Sie befürchteten, dass die Folgen der Krisen über kurz oder lang auch die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland überschatten könnten, berichteten die Nürnberger.

"Nicht überbewerten"

Der Konsumklimastudie zufolge sank die Einkommenserwartung im September im fast gleichen Umfang wie die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen - nämlich um knapp 7 Punkte. Der Wert für die Einkommenserwartung sackte auf 43,4 Punkte, die Anschaffungsneigung liegt nun bei 42,5 Punkten. Auch schwindet bei vielen Verbrauchern weiter das Vertrauen in die Konjunktur, wenn auch nicht mehr so stark wie im August. Entsprechend rutschte der Konsumklimaindex für Oktober um 0,3 Punkte auf einen Wert von 8,3 Punkte ab. Bürkl warnte allerdings vor einer Überbewertung dieser Entwicklung. Vor allem die Psychologie spiele eine große Rolle. Denn objektiv betrachtet hätten die Verbraucher dank der guten Tarifabschlüsse mehr Geld in der Tasche als im Vorjahr. Zudem äußerten die Verbraucher einerseits bei Käufen Zurückhaltung. Zugleich sagten sie aber, dass sie auch weniger sparen wollten - offensichtlich eine Reaktion auf die Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank. Grundsätzlich bewege sich die Verbraucherstimmung aber trotz leichter Rückschläge in den Vormonaten auf einem hohen Niveau.
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