Vor Vergabe der Bundesliga-Rechte
Sky pokert um Zukunft

Der Bundesligarechte sind für den Bezahlsender Sky Deutschland lebenswichtig. Am Donnerstag werden 17 Rechtepakete vergeben. Bild: dpa
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Bayern
08.06.2016
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Beim Milliardenpoker um die Bundesliga-Rechte steht für Sky die Zukunft auf dem Spiel. Ohne den Zuschauermagneten dürfte es schwer werden für den Pay-TV-Sender, sagen Experten.

München. Vor der EM wird es für Fußballfans schon am Donnerstag spannend - dann ist bekannt, welche Sender die Spiele in den nächsten vier Jahren zeigen. Kaum einer aber dürfte so mitfiebern wie Carsten Schmidt. Für den Chef des Pay-TV-Senders Sky und seine 2600 Mitarbeiter ist die Übertragung "aller Spiele, aller Tore" fast eine Existenzfrage.

Krise 2005 ohne Bundesliga


Der Ex-Sportchef hat erlebt, was ohne Liga passiert. 2005 hatte der Pay-TV-Sender, der damals noch Premiere hieß, den Milliardenpoker verloren. Darauf brach der Aktienkurs um 40 Prozent ein. Es folgte eine Durststrecke mit Stellenabbau, dem Verlust von 160 000 Abonnenten und tiefroten Zahlen. Kabelnetzbetreiber Unitymedia mit Tochter Arena schaffte es nicht, das Angebot an den Mann zu bringen: 2007 war Premiere zurück. Welche Lehre hat der Sky-Chef daraus gezogen? "Wir wollen Partner der Bundesliga bleiben ... Wir werden alles dafür tun", sagte Schmidt vor der Ausschreibung.

Schmidt soll aus dem Milliardengrab Pay-TV eine Goldgrube machen - Wachstum lautet der oberste Auftrag des zum Murdoch-Imperium gehörenden Sky-Mutterkonzerns in London. Tatsächlich geht es voran: Sky Deutschland hat heute 4,6 Millionen Abonnenten, im Schnitt bringt jeder 35 Euro Umsatz im Monat - macht 1,8 Milliarden Euro im Jahr. Unterm Strich stehen immer noch rote Zahlen, fast 50 Millionen Euro Verlust in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres. Aber die Richtung stimmt. Die Bundesliga ist der Zuschauermagnet. Jeden Spieltag wurde das Programm 4,3 Millionen mal zu Hause oder mobil eingeschaltet. Für die Rechte zahlt Sky pro Saison 486 Millionen Euro.

17 Rechtepakete


Aber die Liga will für den neuen Vertrag noch viel mehr. Insgesamt 17 Rechtepakete werden versteigert. Und im Einvernehmen mit dem Bundeskartellamt steht bereits fest, dass die Live-Rechte nicht mehr alle an einen einzigen Bieter gehen dürfen. Dass die Sonntagspartien ab 2017 vielleicht frei zu sehen sind bei RTL oder bei Eurosport, schon das ist schlecht für den Abosender. "Die Erfolgsformel im Pay-TV lautet: Attraktivität durch Exklusivität", sagt Medienwissenschaftler Michael Schaffrath von der TU München. Schaffrath bezweifelt, dass Sky "langfristig ohne Bundesliga leben kann - dass Sky erfolgreich sein kann mit Spielfilmen, wie andere sie auch anbieten".
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