Wie einst nach der Wiedervereinigung

Wirtschaft BY
Bayern
08.01.2015
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Der deutsche Arbeitsmarkt präsentiert sich im Dezember in bester Verfassung. Inzwischen gibt es sogar weniger Arbeitslose als beim Wiedervereinigungs-Boom im Jahr 1991.

Die leichte Konjunkturerholung und das über weite Strecken milde Winterwetter hat Deutschland zum Jahresende 2014 die niedrigste Dezember-Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung beschert. Mit 2,764 Millionen habe die Erwerbslosenzahl den bisher niedrigsten Dezember-Wert aus dem Jahr 1991 unterschritten, berichtet der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, am Mittwoch in Nürnberg.

Quote von 6,4 Prozent

Zwar habe die Zahl der Erwerbslosen im Dezember um 47 000 zugelegt. "Der Anstieg fiel aber dieses Mal geringer aus als in den letzten Jahren", hob Weise hervor. Zudem seien am Jahresende rund 110 000 Männer und Frauen weniger bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern registriert gewesen als im Dezember 2013. Die Arbeitslosenquote stieg von November auf Dezember um 0,1 Punkte auf 6,4 Prozent. Zieht man die im Dezember meist stärker ausgeprägten Saisoneffekte ab, wäre die Zahl der Arbeitslosen nach Berechnungen der Bundesagentur sogar um 27 000 gesunken. Denn das einsetzende Winterwetter lässt die Zahl der Arbeitslosen in der Regel steigen: Auf Baustellen, in Gärtnereien und anderen sogenannten Außenberufen ruht dann die Arbeit, Beschäftigte verlieren vorübergehend ihren Job.

Beim Blick auf das Gesamtjahr schlägt der deutsche Arbeitsmarkt alle Rekorde: Mit durchschnittlich 2,892 Millionen rutschte die Zahl der Erwerbslosen auf einen neuen Tiefstand - und konnte selbst die bisherige Bestmarke vom Jahr 1991 unterschreiten, wie die BA berichtete. Im Schnitt gab es im zu Ende gegangenen Jahr 52 000 Jobsucher weniger als 2013. Die Jahresarbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 6,7 Prozent.

Mehr Erwerbstätige

Die Zahl der Erwerbstätigen legte nach den jüngsten Daten vom November um 11 000 auf 43,10 Millionen zu. Binnen Jahresfrist ist dies ein Plus von 411 000. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wuchs von September auf Oktober um 42 000 auf 30,70 Millionen. Damit hatten 524 000 Menschen mehr einen regulären Job als im Vorjahr.

Im Euro-Raum verharrte im November die Arbeitslosigkeit auf hohem Niveau. Die Quote, sie wird anders berechnet, als die Quote der BA, lag bei 11,5 Prozent. Das teilte die EU-Statistikbehörde Eurostat mit. Im November 2013 betrug die Quote noch 11,9 Prozent. In der EU lag die Quote bei 10,0 Prozent nach 10,7 Prozent im November 2013.
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