Wirtschaftsstudie zum ländlichen Raum in Bayern
Wachstum dank Speckgürteln

Daumen hoch für das flache Land? Zumindest in weiten Bereichen ist der ländliche Raum als Wirtschaftsstandort ein Wachstumsbringer in Bayern. Das zeigt eine Studie für die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft. Deren Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt weist aber auch auf die Defizite in Grenzregionen hin. Archivbild: dpa
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Bayern
05.01.2015
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Das Umland der großen Ballungszentren und die ländlichen Räume tragen maßgeblich zur guten wirtschaftlichen Entwicklung Bayerns bei. Dies ergab eine neue Studie der IW Köln Consult GmbH im Auftrag der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (VBW). "Der Freistaat profitiert erheblich von seiner industriellen Wirtschaftskraft, die vor allem in ländlichen Räumen erarbeitet wird", heißt es in dem Papier.

In den vergangenen Jahrzehnten hätten die ländlichen Räume aufgeschlossen - wobei in der Studie das Umland der Ballungszentren als "hochverdichteter ländlicher Raum" definiert wird. "Ländliche Räume können deshalb längst nicht mehr mit agrarisch geprägtem Hinterland gleichgesetzt werden, sondern bieten vielen innovativen und internationalisierten Industriebetrieben mit hoher Wertschöpfung einen Heimathafen." Als beispielgebend werten die Autoren den Kreis München. "Die ländlichen Räume in Bayern haben eine gute Wirtschaftsstruktur, entwickeln sich dynamisch und verfügen über robuste Arbeitsmärkte", betonte VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Zwei Drittel aller Industriebeschäftigten gingen ihrer Tätigkeit im ländlichen Raum nach. "Er bildet damit das Fundament der Industrie und hat eine stabilisierende Funktion für die gesamte bayerische Volkswirtschaft."

Grenzregionen abgehängt

Problematischer ist die Lage der Studie zufolge in den Grenzgebieten zu Thüringen und Tschechien. Der Wegfall oder die Marginalisierung ehemaliger Leitindustrien und der zunehmende Druck der Globalisierung hätten die Situation dort verschärft. Die meisten Grenzräume hinken der gesamtbayerischen Entwicklung demnach weiterhin teils deutlich hinterher.
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