Wirtschaftsverband VBW warnt vor weiteren Belastungen für Unternehmen
Gute Konjunktur kein Selbstläufer

Wirtschaft BY
Bayern
12.05.2015
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Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (VBW) rechnet für 2015 mit einem "ordentlichen Wachstum" von gut zwei Prozent. Der Verband ist damit etwas vorsichtiger als Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, die "mindestens 2,2 Prozent" vorhergesagt hatte. VBW-Präsident Alfred Gaffal begründete am Montag seine gedämpftere Euphorie mit Marktunsicherheiten. "Die Wirtschaftsentwicklung in Bayern ist klar aufwärts gerichtet, aber es ist fraglich, ob diese Bewegung nachhaltig ist", sagte Gaffal in München. So sei die gegenwärtig gute Lage vor allem Sonderimpulsen wie dem niedrigen Ölpreis und dem schwachen Euro geschuldet. Diese würde strukturelle Probleme überdecken.

Bürokratie und Regulierung

Gaffal warnte, die Unternehmen mit weiteren Belastungen zu überziehen und wichtige Reformen zurückzudrehen. Investitionshemmnisse wie die hohen Arbeitskosten, sowie Bürokratie und Regulierung bestünden unvermindert fort. "Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein neues Schwein durchs Dorf getrieben wird, das die Kosten für die Unternehmen nach oben treibt", so Gaffal. Man dürfe sich von den derzeit guten Konjunkturdaten nicht blenden lassen. Ungeachtet der Mahnungen Gaffals blicken die bayerischen Unternehmen optimistisch in die Zukunft. Der auf einer Umfrage bei den Mitgliedsfirmen basierende VBW-Index liegt derzeit um neun Punkte höher als im Herbst. Besser als zuletzt sind auch die Prognose-Indizes für Wachstum und Beschäftigung. Laut Gaffal ließen die Zahl der offenen Stellen und die Pläne der Unternehmen ein weiteres Beschäftigungswachstum in Bayern erwarten. Fast alle Branchen gehen von einer positiven Entwicklung aus, lediglich die Textil- und Bekleidungsindustrie, sowie das Druck- und das Ernährungsgewerbe befürchten einbußen.

Export treibt Wachstum an

Motor des Wachstums wird laut Gaffal der Export bleiben. So hätten sich die Ausfuhren in die USA positiv entwickelt, auch in den Krisenländern Südeuropas. Mit Sorge blickte Gaffal auf die unverändert kritische Lage in Griechenland sowie auf die einbrechenden Exporte nach Russland. Diese seien zu Beginn des Jahres um 40 Prozent unter das Vorjahresniveau gesunken. Hauptgrund seien die von der EU wegen der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen.
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