Wissen und Durst

Gruppenbild mit Damen und Büchern: Bild: Die kleine Festgesellschaft bei der Vorstellung des Werks mit Museumsleiterin Dr. Sabine Zehentmeier (Fünfte von rechts) und wissenschaftlicher Volontärin Diana Nitzschke (dahinter). Bild: gis
Wirtschaft BY
Bayern
24.05.2016
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Zoigl ist grammatikalisch eindeutig männlich. Ohne Ausnahme. Auch dieser Hinweis ist in dem neuen Fachbuch enthalten.

Der originelle Einband aus dicker Pappe mit aufgemaltem Bierdeckel und goldenem Kronkorken ist ein "Handschmeichler". Er signalisiert: Mit dem Buch "FichtelgeBIERge - Geschichte(n) rund ums Bier" ist ein ganz besonderes Werk entstanden. Es ist informatives, spannendes und unterhaltsam.

Wunsiedel. (gis) Das Buch passt zur aktuellen Ausstellung im Fichtelgebirgsmuseum, ist aber viel mehr als nur ein Katalog dazu. Herausgeber ist der Zweckverband Fichtelgebirgsmuseum. Die Bilder stammen von Feig-Fotodesign in Selb. Bereits die Vorstellung im Möbel-Saal des Museums geriet zu einer kleinen Sternstunde für das Haus, die Autoren, die Förderer und Gäste.

"Lokal trinken"


Bürgermeister Karl-Willi Beck wusste, dass neun von zehn Deutschen Bier trinken und jeder Fünfte regelmäßig an einem Stammtisch sitzt. "Ausstellung und Buch inspirieren und geben den Brauereien eine Plattform", lobte der Chef der Handwerkskammer Dr. Bernd Sauer. "Global denken und lokal trinken", forderte Bezirksheimatpfleger und Mitautor Günter Dippold. Und für Museumsleiterin Dr. Sabine Zehentmeier-Lang ist es "ein Anliegen, ein Buch zu schaffen, das über die Ausstellung hinauswirkt". Carolin Pruy-Popp vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege sagte: ."Noch immer sind Wirtshäuser wichtige Orte der Kulturgeschichte." Die meiste Arbeit mit diesem Werk hatte die wissenschaftliche Volontärin Diana Nitzschke geleistet. Sie erzählt darin die spannende Geschichte um die ehemaligen Spitalbrüder und das Bier. Sie ist für die Redaktion mitverantwortlich und hat manchen Feierabend geopfert, um in den im Buch beschriebenen Brauereien "aus beruflichen Gründen" ein Gläschen zu trinken.

"Gesundheit erhalten"


Intensiv, aufschlussreich und anschaulich befasst sich Mitautor Günter Dippold mit dem "Bierkonsum und Brauwesen - besonders im östlichen Franken, von damals bis heute", blättert zurück in der Biergeschichte, wo das Bier, "ein recht hygienisches Getränk" als Kraftspender galt, auf das man in bestimmten Phasen nicht verzichten konnte. "Besonders für die arbeitende Klaße ist das Bier umso nothwendiger, um die Gesundheit zu erhalten", wird ein Bamberger Arzt um 1830 zitiert.
Wolfgang Hörner lässt Jean Paul zu Wort kommen, der bekannterweise nicht nur den Ruf eines großen Dichters hatte, sondern ein großer Biergenießer war. So bittet er in seiner Verlobungsanzeige einen Freund um Rat bezüglich seiner Wohnortwahl, nicht wegen seiner Frau, sonders wegen des guten Biers.

Dem Zoigl ein Kapitel


Dem "Oberpfälzer Zoiglkult", der ins Fichtelgebirge" übergeschwappt" ist, wird ein sehr unterhaltsames Kapitel gewidmet. "Wie sich doch die Zeiten ändern", wundert sich Wolfgang Benkhardt vom mitherausgebenden Buch- und Kunstverlag Oberpfalz. "Vor noch gar nicht langer Zeit rümpften sich Bierliebhaber die Nase, wenn Zoigl auf den Tisch kam. Mittlerweile schnalzen sogar bekannte Bier-Sommeliers anerkennend mit der Zunge."

Über 50 des 123 Seiten zählenden Buches gehören dem "FichtelgeBIERge und seinen Machern", den Brauereien, die ausführlich ihr Handwerk, ihre Geschichte und ihre Produkte darstellen. Bier aber ist nicht nur zum Trinken da. Der Beweis: Das köstliche "Fünf-Gang-Biermenü", das Food-Stylistin Beate Roth kreierte - inklusive Dessert mit "Dreierlei vom Chocolate-Bock". Das Buch ist zum Preis von 19,90 Euro im Fichtelgebirgsmuseum und im Buchhandel erhältlich.
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