Zahl der Erwerbslosen sinkt um 94 000 auf 2,8 Millionen - Quote geht um 0,2 Punkte zurück - ...
Arbeitsmarkt startet schwach in den Herbst

Arbeitsmarkt
Wirtschaft BY
Bayern
01.10.2014
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Mit dem Beginn des jährlichen Herbstaufschwungs ist die Zahl der Erwerbslosen in Deutschland um 94 000 auf 2,808 Millionen gesunken. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,2 Punkte auf 6,5 Prozent ab, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Der Rückgang zum August fiel damit so niedrig aus wie seit zehn Jahren nicht. Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich die Zahl der Erwerbslosen um 41 000.

Nach Abzug jahreszeitlicher Sonderfaktoren, die im September wegen der Einstellungswelle nach der Sommerpause besonders ausgeprägt sind, wäre die Zahl der Erwerbslosen um 12 000 auf 2,918 Millionen gestiegen. Weise begründete dies unter anderem mit den gesunkenen Förderangeboten für Jobsucher: Dadurch würden mehr Menschen in der Arbeitslosenstatistik gezählt. Für die derzeit wachsende Konjunkturskepsis machte Weise "Stimmungsfaktoren" verantwortlich, die aber nicht von der tatsächlichen Lage der Wirtschaft gedeckt seien.

Bayern: Quote stagniert

In Bayern sank die Zahl der Arbeitslosen im September auf 258 815. Die Arbeitslosenquote stagnierte bei 3,7 Prozent. Das teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mit. Vor allem bei den Jüngeren gab es einen Rückgang. "Das liegt daran, dass viele junge Menschen eine Schul- oder Berufsausbildung begonnen haben", erläuterte Behördenchef Ralf Holtzwart.

Prinzipiell zeige sich die bayerische Wirtschaft weiter robust. "Leider können nicht alle arbeitslosen Menschen von der guten Entwicklung profitieren", sagte Holtzwart. Denn allzu häufig stimmten die Qualifikationen der Jobsucher nicht mit den Anforderungen der Unternehmen überein. Die Zahl der offenen Stellen nahm binnen Jahresfrist zu; aktuell sind in Bayern 77 000 Arbeitsplätze unbesetzt.

Während die Zahl der Erwerbslosen nach Abzug von Saisonfaktoren seit Monaten kaum noch sinkt, wächst die Zahl der neu geschaffenen Jobs unvermindert weiter. So gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nach den jüngsten Daten vom August 42,85 Millionen Erwerbstätige, 26 000 mehr als im Juli. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 355 000 Arbeitsplätze mehr.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag nach BA-Hochrechnungen im Juli bei 30,12 Millionen; das sind 30 000 mehr als im Juni und 528 000 mehr als im Jahr davor. Die Zahl der offenen Stellen stieg im September um 46 000 auf 518 000. Arbeitslose allerdings profitierten davon nach Beobachtungen der Bundesagentur verhältnismäßig wenig; viele Stellen würden vielmehr mit zuwandernden EU-Fachkräften und gut ausgebildeten Frauen besetzt, die nach der Familienzeit ins Berufsleben zurückkehren. Die im Vorjahr gestartete Förderoffensive für Langzeitarbeitslose beginne aber allmählich zu greifen, versicherte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt.
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