Spielwarenmesse in Nürnberg eröffnet
Köpke kickt, Branche boomt

Torwart-Legende Andreas Köpke fordert Luna und Luca zum Match beim Playmobil-Fußball. Bilder: Werner
Wirtschaft DE/WELT
Bayern
26.01.2016
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Messechef Ernst Kick: "Unsere Messe soll nicht noch größer werden. Wir sind ohnehin am Rande unserer Kapazitäten."

Volltreffer für Andreas Köpke: Der ehemalige Torwart bezeichnete es als "eine kleine Ehre", auf der 67. Spielwarenmesse in Nürnberg Repräsentant für Playmobil zu sein. Die Branche meldet Rekordzahlen, die Schau platzt aus allen Nähten.

Nürnberg. "Andy" Köpke ist tatsächlich zum ersten Mal zu Gast bei der Spielwarenmesse - und das als Legende des FC Nürnberg. Der Torwarttrainer der Fußball-Nationalmannschaft macht ein Spielchen auf dem Playmobil-Fußballfeld. Die Kinder Luna und Luca ringen dem 53-Jährigen ein Unentschieden ab.

Ein Piratenschiff von Playmobil habe er selber als Bub besessen, verriet Köpke, auch seine drei Kinder seien mit dem Spielzeug aus Zirndorf groß geworden. Mit dem Nationalteam messe er sich in den Trainingslagern aber eher mal am Tischkicker, erzählte Köpke unserer Zeitung. Er findet in Zeiten, "in denen sich so vieles am Bildschirm abspielt", solche Spiele besonders wichtig.

Klassiker und Apps


Ernst Kick, Vorstandsvorsitzender der Spielwarenmesse, sieht das Neben- und Miteinander von Klassikern wie Memory und den dazugehörigen Apps sehr positiv. Virtuelle Versionen und Zusätze gebe es mittlerweile zu fast allen Spielen, erklärt der gebürtige Weidener. Traditionsfirmen müssten umdenken, müssten neue Geschäftsfelder entwickeln, um weiter am Markt existieren zu können. Smart-Toys lägen nach wie vor im Trend, in diesem Jahr würden besonders viele Drohnen präsentiert.

Die größte Spielzeugschau der Welt ist wie jedes Jahr top besetzt. Rund 70 000 Fachbesucher aus 120 Ländern werden bis Montag in Nürnberg erwartet. Am Dienstagabend fiel der Startschuss durch Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU). Und die Branche boomt. Erwartet wurde in Deutschland im Jahr 2015 eine Umsatzsteigerung von vier Prozent, tatsächlich sind es aber sechs Prozent. Das Weihnachtsgeschäft sei laut Kick hervorragend gelaufen.

Einige Sorgen plagen den Messechef dennoch. Im letzten Jahr besuchten rund 40 Prozent weniger russische Gäste Nürnberg, 2016 wird mit einer weiteren Abnahme gerechnet. Die wirtschaftlichen Probleme und die Ukraine-Krise seien dafür die maßgeblichen Faktoren.

Anders sehe es laut Kick mit China aus, trotz des dortigen Abflauens des Wachstums. Mit 320 Ausstellern seien in diesem Jahr noch 16 im Vergleich zu 2015 dazugekommen, viel mehr sollen es aber nicht werden. Kick: "Wir wollen die Kontrolle behalten." Der Schwerpunkt in Nürnberg liege eindeutig auf Qualität. Und: "Unsere Messe soll nicht noch größer werden. Wir sind ohnehin am Rande unserer Kapazitäten."

Ravensburger stark


2851 Aussteller zählt die Messe in diesem Jahr, sechs weniger als 2015. Am Dienstag präsentierten einige vorab ihre Neuheiten und Jahreszahlen. Das mit Abstand meiste Geld sei erneut mit Spielen und Puzzles erwirtschaftet worden, teilte Ravensburger mit. Auch dank des Zukaufs des schwedischen Holzeisenbahnherstellers Brio steigerte das Unternehmen seinen Umsatz zum neunten Mal in Folge. Die Erlöse kletterten 2015 um 19,2 Prozent auf 444,9 Millionen Euro.

Auch der Spielzeughersteller Lego berichtete am Dienstag über gute Zahlen in seinem Deutschland-Geschäft. Der Marktanteil in der Bundesrepublik sei 2015 minimal um 0,3 Punkte auf 17,2 Prozent gestiegen. Der Einzelhandelsumsatz stieg demnach um 9,1 Prozent.
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