Mai-Kundgebungen
DGB für Recht auf Freizeit und Nicht-Erreichbarkeit

Mehrere hundert Demonstranten nahmen am 9. April in München an der DGB-Kundgebung gegen Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen teil. Am 1. Mai untermauerte der DGB die Forderungen erneut.
Wirtschaft
Bayern
01.05.2016
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Am Tag der Arbeit fordert der DGB ein Recht der Arbeitnehmer auf freie Zeit und Nicht-Erreichbarkeit. Im Freistaat arbeiten nach DGB-Angaben schon zwei Millionen Arbeitnmer auch an Sonntagen.

Ingolstadt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert anlässlich des 1. Mai ein Recht der Arbeitnehmer auf freie Zeit. Bei der Kundgebung am Sonntag in Ingolstadt sagte Bayerns DGB-Vorsitzender Matthias Jena: «Wir wollen gute Arbeit, aber auch Freizeit, die diesen Namen verdient. Familie, Freundschaften und soziales Engagement brauchen diese verlässliche freie Zeit», sagte Jena. «Wir wehren uns deshalb gegen noch längere Arbeits- und Öffnungszeiten auch an Sonntagen.»

Am Tag der Arbeit, der in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, mahnte Jena auch einen konsequenten Schutz des freien Sonntags an: «Von den sieben Millionen Beschäftigten in Bayern arbeiten etwa zwei Millionen auch an Sonntagen. Diese Zahl steigt schon seit vielen Jahren», beklagte Bayerns der DGB-Chef. Hinzu komme, dass immer mehr Beschäftigte «von der Entgrenzung der Arbeitszeit betroffen» seien, weil sie teilweise rund um die Uhr per Handy oder E-Mails erreichbar sein. Jena forderte daher auch ein «Recht auf Nicht-Erreichbarkeit».
Der DGB-Vorsitzende in Bayern rief auch zur Solidarität mit Flüchtlingen auf: «Durch gelebte Solidarität in der Gesellschaft und in den Betrieben kann die große Aufgabe der Integration gelingen.» Gewerkschaften seien das beste Beispiel dafür, denn dort seien Mitglieder aller Religionen und vieler Nationen vertreten.

An die CSU richtete Bayerns DGB-Chef die Forderung, ihren Widerstand gegen das geplante Gesetz zur Regulierung von Leiharbeit und Werkverträgen aufzugeben. Der «massenhafte Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen» müsse beendet werden. Jena wandte sich direkt an den CSU-Chef: «Herr Seehofer, gehen Sie endlich runter von der Bremse. Sie befördern durch Ihre Blockade des Gesetzes eine Zwei-Klassen-Gesellschaft auf dem Rücken der Beschäftigten, durch die Löhne gedrückt werden und die Mitbestimmung ausgehebelt wird.»
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