Flut umleiten

Lokales
Bechtsrieth
07.10.2014
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Für Bechtsrieth müssten zwischen 2,8 und 3,1 Millionen Euro, für Trebsau 300 000 bis 630 000 Euro je nach Variante in den Hochwasserschutz investiert werden. Alternativ strebt die Kommune nun kleine Lösungen an.

Der Starkregen, bei dem zahlreiche Häuser in Bechtsrieth und in Trebsau überschwemmt worden sind, ist zwei Jahre her. Danach forderten die Bürger von der Gemeinde, endlich etwas für einen umfassenden Hochwasserschutz zu tun. Die Komune reagierte und gab für 30 000 Euro ein Integrales Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzept beim Büro Münchmeier & Eigner in Erbendorf in Auftrag.

Nur sechs Zuhörer

In der Gemeinderatssitzung, die Scharl in den Unterrichtsraum der Feuerwehr verlegte, sollten die Bürger über das Gutachten informiert werden. Nur herrschte im Saal gähnende Leere. Nur sechs Bürger, darunter eine dreiköpfige Familie, hatten Interesse. "Das nächste Jahrhundertwasser kommt ja erst in 98 Jahren, also scheint das momentan nicht zu interessieren", kommentierte Gemeinderat Michael Ederer. Auch Bürgermeister Scharl war enttäuscht.

Es war eine aufwendige Powerpoint-Präsentation, die Planer Markus Münchmeier zeigte. Er ließ es per Powerpoint an der Leinwand regnen. Die Zuschauer sahen, wie sich das Wasser seinen Weg nach Bechtsrieth und Trebsau bahnt. Vier Varianten untersuchten die Planer, um die Fluten von den Häusern wegzulenken. Für Trebsau ist klar, dass die Ursache für die Überflutung der Kanal ist. Der könne das viele Fremdwasser nicht aufnehmen. Für Bechtsrieth zeigte Münchmeier auf, dass es vor allem die drei Gewässer Gleitsbach, Muglhof- und Lohtratgraben sind, die bei starkem Regen den vom Muglhofer Hang her großflächigen Wasserabfluss nicht mehr aufnehmen können. Um Abhilfe zu schaffen, stellt Münchmeier vier Varianten mit 22 Maßnahmen vor. Das kostet Geld. Eine halbe Million Euro wird wohl in Trebsau fällig, bis zu drei Millionen Euro in Bechtsrieth.

Bis zu zehn Jahre

Alfred Schöberl vom Wasserwirtschaftsamt Weiden stellte fest, dass der Freistaat nur den Hochwasserschutz an Gewässern fördert. Deshalb lag sein Schwerpunkt auf den Maßnahmen in Bechtsrieth. Allerdings müsse für eine Förderung eine umfassende Planung vorgelegt werden, und diese könne sich Jahre hinziehen. "Da kann man mit einem Zeitfenster von zehn Jahren rechnen", meinte Scharl zur Bürokratieflut. So viel Zeit will der Rathauschef nicht verstreichen lassen und plädierte dafür, Prioritäten zu setzen. Erste davon wird sein, den Lohtratgraben oberhalb der Fliederstraße von der Bebauung abzuleiten
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