Großteil der Kanalleitungen in Trebsau desolatem Zustand
Ausbessern reicht nicht

Lokales
Bechtsrieth
03.11.2014
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Die Zustandsbewertung und der Sanierungsvorschlag der Abwasser- und Wasserleitungen in der Pirker Straße, Brunnenstraße und Fasanenweg in Trebsau sorgte bei den Gemeinderäten für lange Gesichter. Bürgermeister Gerhard Scharl bezeichnete die Analyse von Gunther König vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Weiden in der Sitzung des Gemeinderats als "niederschmetternd".

Hintergrund ist nach den Worten des Gemeindechefs eine Kamerabefahrung der Abwasserleitungen im Juli. Hierbei wurden jede Risse und Brüche festgestellt. In die Zustandsanalyse sei zugleich die hydrodynamische Berechnung des Kanalsystems durch das Ingenieurbüro Zwick in Weiden und das Hochwasserschutzkonzept des Büros Münchmeier & Eigner eingeflossen. Beides war von der Gemeinde bereits vorher in Auftrag gegeben (wir berichteten). König erläuterte, dass die vorliegenden Daten zusammengeführt und ausgewertet wurden. Beim Kanalsystem handle es sich um ein Mischsystem, das dicht sein muss. Das ist aber nicht der Fall, ganz Teilstücke sind zusammengebrochen.

In der Pirker Straße von Weiden kommend ab dem Elsternweg und von Pirk kommend vom Ortsanfang bis hinunter zum Stachus und weiter in die Brunnenstraße bis zum Fasanenweg muss sofort reagiert werden. Durch die hydrodynamische Überlastung müssen weitere Kanalleitungen aufgeweitet werden. Am Ende seiner Betriebsdauer sei auch das Wasserversorgungsnetz. Wenn schon der Kanal neu verlegt wird, dann sei es nicht nur sinnvoll, sondern dringend anzuraten, dass dieses ebenfalls erneuert wird.

Was dann noch hinzukommt, ist die Asphaltierung der von den Maßnahmen tangierten Straßen. Kanal und Wasserleitung sind 50 Jahre alt, da reicht kein Ausbessern mehr und die Pirker Straße ist so schon lange am Ende und immer notdürftig geflickt worden. Wasser und Kanal müssten auf alle Anschließer in der Gemeinde, also auch auf Bechtsrieth, umgelegt werden. Die dann neu asphaltieren Straßen jedoch nur auf die Anlieger an diesen.

Der Gemeinderat fasste den Beschluss, die Planung hierfür zu vergeben. Zudem legte das Gremium fest, dass zur Deckung der Kosten Verbesserungsbeiträge eingehoben werden. Zahlen können erst genannt werden, wenn ein Plan vorliegt. Der Rat stimmt auch einstimmig für Einstufung der Pirker Straße in Trebsau zur Hauptverkehrsstraße. Straßen könnten entsprechend der Satzung umgelegt werden, sagte Scharl. Dies seien 80 Prozent für die Anlieger.

Bei der Pirker Straße bestehe die rechtliche Möglichkeit, diese als Hauptverkehrsstraße einzustufen. Der Vorteil für die Anlieger sei, dass sie dann nur 30 Prozent des Straßenbaus und 55 Prozent der Gehsteige bezahlen müssten. Den Rest trägt die Gemeinde, die hierzu eine 50-prozentige Förderung beantragen kann.
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