Hoch lebe "Josef der Arbeiter"

Vor 50 Jahren weihte der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Graber die Kirche in Bechtsrieth ein. Am Sonntag zelebriert um 9 Uhr Pfarrer Thomas Stohldreier den Festgottesdienst, der Kirchenchor Schirmitz-Bechtsrieth singt. Anschließend wird bis in den Abend hinein auf dem Kirchplatz mit der Flossenbürger Blaskapelle gefeiert. Repro: fz
Lokales
Bechtsrieth
10.07.2015
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Das Gotteshaus in Bechtsrieth ist eine der ganz wenigen Oberpfälzer Kirchen mit dem Patronat "Josef der Arbeiter". Am Sonntag feiert die Schirmitzer Filialkirche ihr 50-jähriges Weihejubiläum. Dabei steht sie schon gut 15 Jahre länger.

Gottvertrauen als Baukapital: Das brachten die Bechtsriether und Trebsauer beim Bau ihrer Kirche nach Kriegsende ein. Den Entschluss dazu hatte man schon in der Nazizeit gefasst. Den Grundstock bildeten Spendengelder von 20 000 Reichsmark sowie ein erster Zuschuss des Bistums. Beides wurde durch die Währungsreform wertlos. Doch die Gläubigen hielten zusammen und strebten weiter nach einer eigenen Kirche. Sie spendeten teils gar ihr Kopfgeld aus der Währungsreform, leisteten Hand- und Spandienste und übernahmen Bürgschaften, die sie später selbst einlösten.

Initiatoren waren Josef Gruber und Bürgermeister Josef Kick. Im Bauausschuss waren dazu Josef Kick und Heinrich Kick. Der Weidener Architekt Ludwig Wagner erstellte den Plan kostenlos und spendete das markante bunte Rundfenster im Altarraum. Motor aber war Pfarrer Josef Rittner, Chorregent in St. Josef in Weiden. Bis dato hatten Bechtsrieth und Trebsau kirchlich zu Schirmitz gehört. Der dortigen Mutterkirchenstiftung wurde jedoch aus Regensburg ein "Loslassen" empfohlen, weil sie sonst für den Neubau zahlen müsste. Bechtsrieth gründete eine eigene Kirchenstiftung.

Bereits 1949 besuchte Erzbischof Michael Buchberger die Baustelle. Kurz danach war der Kirchenbau so weit fortgeschritten, dass man es verantworten konnte, darin Gottesdienst zu feiern. Die Kirche habe "Türen, Fenster, einen provisorischen Altar, Speisegitter und Bänke", berichtete Pfarrer Rittner dem Ordinariat in Regensburg. Er bat um die vorläufige Segnung, die am Kirchweihsonntag 1949 im Beisein von 1000 Gläubigen erfolgte.

Die Baustelle war aber nicht abgeschlossen. Weihnachten 1959 läuteten erstmals die Glocken. 1961 schaffte die Gemeinde eine gebrauchte Orgel an. 1963 erhielt die Kirche einen steinernen Hauptaltar. Doch es fehlte noch die Konsekration der Kirche durch den Regensburger Bischof, die Dr. Rudolf Graber 16 Jahre nach der vorläufigen Segnung am 30. Mai 1965 vollzog. Dabei setzte er Reliquien des heiligen Aetherius und des heiligen Jucundinus in den Altarstein ein. Zum Kirchenpatron bestellte er den Heiligen "Josef der Arbeiter". Mit Bechtsrieth, Unterköblitz, Burglengenfeld, Raigering, Rappenbügel und Altfalter gibt es oberpfalzweit nur sechs Kirchen mit diesem Patronat.

Nach der Weihe vergingen nur sechs Jahre bis 1971 der Altarraum entsprechend der durch das Konzil eingeleiteten Liturgiereform umgestaltet wurde und sein heutiges Aussehen erhielt. Zusammen mit der Statue, die "Josef der Arbeiter" darstellt, weihte Auxiliarbischof Karl Flügel im April 1978 die neue Orgel ein.

Aktuell läuft das 50-jährige Jubiläum mit der Um- und Neugestaltung der Außenanlagen und des Kirchplatzes.
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