Im Wunderland der Deko-Ideen

Das 1270 Quadratmeter große Grundstück von Agnes und Bernhard Kümpfel ist in viele Gartenzimmer gegliedert. Die über zwei Meter langen Petunienrispen sind der Hingucker im Freisitz. Im Gartenhaus (links) überwintern bald wieder viele Kübelpflanzen, während davor die Gemüsebeete einen windgeschützten Platz gefunden haben. Bild: Portner
Lokales
Bechtsrieth
22.09.2015
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40 Jahre werkeln Agnes und Bernhard Kümpfel schon auf ihrem 1270 Quadratmeter großen Grundstück. Die Ideen für die vielen Gartenzimmer gehen dem Paar dabei nicht aus. Im Gegenteil: Es wird jahreszeitlich neu dekoriert.

Schon an der Straße bleibt der Blick an den Petunien hängen, die den Vorgarten mit ihren ausladenden Blütenrispen umschlingen. "Große Pflanzgefäße aus wasserspeicherndem Material, die Platz für genügend Erde bieten", verrät die Hausherrin ihr Rezept für diese Farbenpracht. Einige Eternit-Tröge, vom Vater geerbt, sind Jahrzehnte alt.

Auch vieles andere ist nicht neu - wirkt aber modern und zeitgemäß. Agnes Kümpfel ist immer auf der Suche nach Trends. Neben einem Händchen fürs Dekorieren hat sie auch den "grünen Daumen" und freut sich, wenn ein Mitbringsel gut gedeiht. Infiziert ist auch der Gatte, der nun im Ruhestand "feste Arbeitszeiten" übernimmt. Am Eingangstor zeigt das Paar auf eine Auszeichnung für ihren naturnahen Garten. Die Voraussetzung: kein Blaukorn, kein Torf. Agnes Kümpfel setzt dagegen auf Hornspäne. Problem-Pflanzen wirft sie nicht weg, sondern schneidet diese stark zurück und lässt ihnen Zeit zum Erholen.

Wildenten zu Besuch

"Natürlich, aber ordentlich!" - Das ist das Motto des Ehepaars. So gibt es zwar Wildrosen und eine kleine Brennnessel-Ecke, aber keine verunkrauteten oder "gschlamperten" Beete. Verblühtes wird gleich abgezupft, der Rasen ist kurz gemäht. Allerdings gibt es nicht mehr allzu viel davon. Viele Wege - gesäumt von Stauden, Kübelpflanzen, kleinen Bauwerken und Dekorationen - durchziehen den Garten. Im Teich schwimmen Goldfische und hin und wieder kommen Wildenten auf Besuch. "Es war einfach schön, als wir kürzlich ein Entenpärchen hier beobachteten", schwärmt Agnes Kümpfel.

40 Jahre werkeln Agnes und Bernhard Kümpfel schon auf ihrem 1270 Quadratmeter großen Grundstück. Die Ideen für die vielen Gartenzimmer gehen dem Paar dabei nicht aus. Im Gegenteil: Es wird jahreszeitlich neu dekoriert. (Bilder: Gertraud Portner)

Ihre Lieblingspflanze ist der "Solanum jasminoides" (Jasmin-Nachtschatten) und daher nicht nur im Gartenzimmer mit dem Namen "weißer Traum" präsent. Ihr Pflegetipp: stark zurückschneiden und im Keller überwintern. Die vielen Oleander haben hier keinen Platz mehr; sie müssen auch heuer wieder im Gartenhaus dem Frost trotzen. Empfindlicher ist die aus einem Ableger selbst gezogene Ananaspflanze. Dieses Bromeliengewächs im Kübel ist ein toller Hingucker, ebenso wie weitere Raritäten entlang der Wege.

Ins Auge fällt auch die riesige Rispen-Hortensie mit ihren über 250 Blüten. Für deren Wohlbefinden (Halbschatten) hat der einzig verbliebene Nadelbaum ein Bleiberecht im parkähnlich anmutenden Garten. Regenwasser zum Gießen wird in einem halbierten und mit Folie ausgekleideten riesigen Bierfass gesammelt. Der Lorbeer-Stock verbleibt auch bei den ersten Frösten am Hauseingang; davor zeigt Agnes Kümpfel auf eine Rose, "die ihre Blütenblätter nicht verliert!" Toll gelungen ist ihr die orange-blaue Komposition von Schwarzäugiger Susanna und Petunien. "Ich probiere jedes Jahr etwas anderes aus", sagt die Hobbygärtnerin aus Leidenschaft.

Viele Materialien

Sie bezieht dies nicht nur auf ihre Pflanzen-Kompositionen, sondern auch auf die Deko-Ideen aus vielen Materialien, die meist im Farbton bleiben und so - trotz ihrer Menge - nicht das Gesamtbild sprengen. "Steine sind mein ein und alles", erklärt Edith Kümpfel und zeigt beim Rundgang die Details - darunter auch eine im Ausverkauf erstandene Quader-Mauer, an der sich Salatgurken räkeln. Preisgünstig bezeichnet sie den Bau des Wasserfalls, der über Feldsteine und alte Dachziegel von der Terrasse plätschert.

Aus einem Kinderwagen quellen Blüten hervor, ein Teddybär trinkt Tee und im Kochtopf döst die Hauswurz in der Abendsonne. Die Idylle ist nur scheinbar zeitlos. Im Garten am Ortsrand von Bechtsrieth unterliegen nicht nur die Pflanzen dem jahreszeitlichem Wechsel, sondern auch die Dekorationen. Der Winter ist nicht mehr weit und Edith Kümpfel hat schon das Bild ihres adventlich geschmückten Gartens vor Augen. Die erste Aktion läuft bald an: Die Engelbüsten ziehen vom Gartenteich zum Hauseingang um.
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