Klares Ja zu "Steinwaldwasser"

Lokales
Bechtsrieth
21.04.2015
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Die Gemeinde Bechtsrieth gibt ihre eigene Wasserversorgung auf und geht zur "Steinwaldgruppe". Dort sollen Qualität und Preis besser sein.

Hintergrund ist, dass Ende des Jahres die wasserrechtliche Genehmigung für den Betrieb des eigenen Brunnens und Hochbehälters ausläuft. Er speiste für die Wasserversorgung 25 000 Kubikmeter im Jahr ein. Die Krux ist, dass die Nitrat- und auch Arsenwerte laufend über den Grenzwerten lagen und zuletzt nur durch die Mischung mit "Steinwaldwasser" die Werte wieder passten. Nun sollen die kompletten 25 000 Kubikmeter von den "Steinwald"-Versorgern kommen.

Dazu braucht die Gemeinde eine neue abwasserrechtliche Genehmigung. Hierbei setzten die Gutachter und Fachleute in der Gemeinderatssitzung Akzente. Ulrike Weichert vom Büro R&H Umwelt in Nürnberg erläuterte, dass für einen weiterführenden Betrieb der eigenen Wasserversorgung eine Ausweitung des Wasserschutzgebietes unerlässlich wäre. Denn das Einzugsgebiet für das Wasser sei eigentlich größer als das Wasserschutzgebiet selbst. Also gelte es, dieses um zwei Drittel auszuweiten, von 0,4 auf 1,5 Quadratkilometer.

Sanierung unmöglich

Dann aber gebe es Konflikte mit der Bebauung. Massive Einschränkungen für Hausbesitzer und Landwirte seien die Folge. Enorme Entschädigungszahlungen drohten.

Auch sonst käme die Eigenständigkeit beim Wasser teuer. Das untermauerten Zahlen von Herbert Käs vom Ingenieurbüro Kohl in Weiden. Wollte Bechtsrieth Tiefbrunnen und Hochbehälter weiter betreiben - die Sanierung sei nicht möglich - fallen für den Neubau 400 000 Euro an. Dazu kämen noch Leitungskosten von 110 000 Euro und die Schutzgebietserweiterung. Das sei aber noch keine Erfolgsgarantie, dass die 25 000 Kubikmeter eigenes Wasser weiter fließen würden.

Demgegenüber steht der komplette Anschluss an die Steinwaldgruppe. Die Leitung ist vorhanden, weil schon jetzt die Hälfte des Wassers aus dieser Quelle beigemischt wird. Das bedeute Kosten von 155 000 Euro. Geht man davon aus, dass derzeit der Kubikmeter dem Abnehmer mit der Mischung eigenes Wasser und Steinwaldwasser je zur Hälfte mit 1,18 Euro berechnet werde und reines "Steinwaldwasser" derzeit nur 85 Cent koste, sei klar, was wirtschaftlicher sei.

Einer, der schon viele Gemeinden beraten hat, ist Manfred Meier vom Wasserwirtschaftsamt Weiden. "Wir stellen die Wasserversorgung Bechtsrieth nicht in Frage", sagte Meier klar. Nur müssen für den weiteren Betrieb Fakten geschaffen werden. "Mit der erforderlichen Wasserschutzgebietsausweitung in den Ort hinein, nimmt sich die Gemeinde Entwicklungsmöglichkeiten. Es gibt Qualitätsprobleme, und die Menge ist nicht steigerbar."

Einwandfreie Werte

Zu den Nitrat- und Arsenwerten, mit denen die Gemeinde zu kämpfen hat, erklärt der Wasserfachmann, dass diese beim "Steinwaldwasser" an einer fast nicht messbaren Untergrenze liegen.

Nun muss der Gemeinderat entscheiden: 570 000 Euro für den Erhalt der Hälfte der Wasserversorgung oder 155 000 Euro für den kompletten Umstieg auf "Steinwaldwasser". Was herauskam, lag auf der Hand. Die Kosten müssen in jedem Fall per Herstellungsbescheid an die Bürger weitergegeben werden.
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