Unkraut im Stamperl

Nobert Hopperdietzel (rechts) ließ sich von Karl-Heinz Buchberger (von rechts) eine Kostprobe vom Pflaume-Heidelbeer-Likör einschenken. Auch die anderen Teilnehmer testeten das Schnapssortiment der Kräuterpädagogin Jeannette Ring. Bild: fz
Lokales
Bechtsrieth
25.09.2014
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"Wie werde ich das Unkraut im Garten los?" "Aufessen oder wegtrinken", riet Kräuterpädagogin Jeanette Ring. 30 Bechtsriether wissen seit einem Vortragsabend beim Obst- und Gartenbauverein, wie das geht.

Sie erfuhren von der Oberviechtacherin, wie man Liköre und Heilschnäpse herstellt. Ring ist eine von 1200 Kräuterpädagoginnen in Deutschland. Auf dem "Preissenbauerhof" in Weiding bietet sie Kräuterführungen an und hält Vorträge.

Den Bechtsriethern erklärte sie, wie Schnaps und Liköre aus Früchten und Beeren gemacht werden. Viele Zutaten wachsen im Garten, man denke nur an den Löwenzahn oder den lästigen Giersch. Pfefferminze oder Lavendel, Thymian, Zitronenmelisse, Majoran, Beifuß, Wermut und Salbei könne man anpflanzen.

Hervorragend eigneten sich auch Weißdorn oder die Hagebutte als Zusatz. Ring zählte 22 Kräuter auf. Acht sollte man für einen Landbitter nehmen. Diese fein hacken, in eine Flasche füllen, mit einer Flasche Korn, mindestens 32 Prozent - "es darf ruhig ein billiger vom Discounter sein" - übergießen und 50 Gramm Kandiszucker zugeben. Bei Raumtemperatur sechs bis acht Wochen ziehen lassen, durch ein feines Sieb oder einen Kaffeefilter abgießen. "Fertig ist der Kräuterschnaps."

Noch einfacher fabriziert man laut Ring Liköre. Zum Ansetzen eignen sich Schlehe, Quitte, Himbeere, Heidelbeere, Brombeere, Kirsche, Pfirsich oder Pflaume. Ja sogar Mandarine könne man nehmen. Rings Tipp: "Zwei Früchte mischen, wobei Pflaume immer zu allem passt." das Rezept: 200 Gramm Früchte und 120 Gramm Kandiszucker (weiß oder braun) in eine Flasche füllen und 32-prozentigen Kornschnaps darüber gießen. Dann zuschrauben und bei Zimmertemperatur, aber nicht in der Sonne, zwei bis drei Monate stehen lassen. Danach den Ansatz filtern und den Likör noch einige Zeit ruhen lassen. "Für die meisten Liköre gilt, je länger die Reifezeit, umso besser der Geschmack", bat Ring um Geduld bei der Herstellung.

Dass der Geschmack selbstgemachter Spirituosen vom Feinsten ist, testeten die Bechtsriether. Ring reichte Tabletts mit Schnaps- und Likörproben herum.
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