Vollpension für Kübelpflanzen

"Es schaut nicht schön aus, aber es klappt", sagt Edeltraud Knechtel, als sie den Reißverschluss ihres Folienzeltes öffnet und den Blick ins Innere freigibt. Heuer hat sie die Kübelpflanzen zusätzlich mit einem Vlies eingewickelt, nachdem ein sehr harter Winter prophezeit wird. Gegen kalte Füße stehen die Töpfe auf einer Palette mit Noppenfolie. Bilder: Portner (2)
Lokales
Bechtsrieth
11.11.2015
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Die Saison ist vorbei: Mit den ersten Nachtfrösten ging es für die Kübelpflanzen in den Winterurlaub. "Kuschelig im Folienzelt" buchten Hortensien und Rosen, während Jasmin und Enzian in der Garage der Familie Knechtel auf die Frühlingssonne warten.

"Reißverschluss zu und Ruhe!" Edeltraud und Adolf Knechtel setzen schon im dritten Winter auf ihr Folienzelt für Kübelpflanzen. "Es hat bisher wunderbar geklappt", freut sich die Seniorin aus dem Landkreis Neustadt an der Waldnaab.

Ihr Garten in der Ortsmitte von Bechtsrieth ist ein Schmuckkästchen mit vielen farblich sortierten Dekorationen entlang des Zaunes. In der Adventszeit entsteht eine aufwendige Weihnachts-Kulisse vor der Haustüre, wo im Sommer die Kübelpflanzen den Blick anziehen. Damit ist es jetzt vorbei. Kurz vor den ersten Nachtfrösten ging es in den Winterurlaub.

Das Folienzelt im geschützten Innenhof, zwischen Garagenwand und Haus, ist wieder gut gefüllt. Rispen- und Ballhortensien, Geißblatt und Rosenstöcke in Töpfen kuscheln sich hier eng zusammen. Damit der Frost nicht an die Wurzeln kriecht, stehen die Kübel auf Holzpaletten mit Noppenfolie. Das Zelt hat einen Reißverschluss und wird zusätzlich unten zugeschnürt, als Schutz vor Windböen. Vor der "Reise ins Winterquartier" gab es kräftig zu Trinken, denn gegossen wird erst wieder im wärmeren Frühjahr. Bis dahin lässt die Hobbygärtnerin ihre Lieblinge in Ruhe: "Ich schüttle nur den Schnee vom Zelt, damit er nicht auf die Pflanzen drückt." Im Hause Knechtel gibt es noch zwei Alternativen für den "Winterurlaub" der Kübelpflanzen. Am wärmsten ist es im Keller. Doch hier reicht der Platz nur für die tropischen Canna, die den Oberpfälzer Winter so ganz und gar nicht vertragen. Die anderen müssen in die Garage: Oleander, Schmucklilie, Jasmin, Enzianbäumchen und der riesige Geranienstock stehen auf einem Holzpodest, bzw. begnügen sich auch mit der "zweiten Klasse" am Boden.

Auf dem 800 Quadratmeter großen Grundstück haben sich Haus und Garten nach mehreren An- und Umbauten zu einer Einheit "verwoben" - gut unterteilt in zwei Bereiche für zwei Generationen. Während die "Jungen" auf Koniferen im Schotterbeet und Entspannung in der Grill- und Wellness-Ecke setzen, ist der Garten des Rentnerehepaares als bunt dekorierte Obstwiese mit grünem Blätterdach gestaltet.

Ein seltenes Exemplar ist hier der japanische Birnenapfel "Nashi-Birne", der ein sehr gutes Lagerobst ist, wie Edeltraud Knechtel betont. Besonders schätzt sie auch die roten "Nikolaus-Äpfelchen" und die große, dekorative Korkenzieherhasel.
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