Zustimmung für große Gräben

Die Anwesen am Hang im Osten von Bechtsrieth werden überschwemmt, wenn bei starken Regenfällen das Wasser den Berg hinunterläuft. Die Gemeinde will künftige Fluten mit Gräben von den Häusern ableiten. Bild: fz
Lokales
Bechtsrieth
24.01.2015
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Der nächste Jahrhundertregen geht rein rechnerisch in 98 Jahren über den Ort nieder. 3,5 Millionen Euro wären nötig, um Überschwemmungen wie im Juni 2013 auszuschließen. Die Gemeinde will das Problem auf einfachere Weise angehen.

In der Gemeinderatssitzung, deren Hauptteil hinter verschlossener Tür stattfand, ging es im öffentlichen Part um die Überschwemmungsproblematik bei starken Regenfällen. Bürgermeister Gerhard Scharl fasste dazu das Rückhaltekonzept für das Wasser bei Regengüssen zusammen, das das Büro Münchmeier vorgelegt hatte.

Das vom Hang östlich von Bechtsrieth kommende Wasser schießt einige Straßen hinab und dringt in die Häuser ein. Es bringt Dreck mit und läuft über in den Kanal. Seit der Überflutung im Juni 2013 gab es zwei Anliegerversammlungen, eine für den Bereich "Lohtrat" und eine für "Gwendäcker".

Bauern sagen Ja

Besonders betroffen sind Lohtratgraben, Flieder- und Lohstraße bis hinunter zur Hauptstraße. Die beteiligten Landwirte sind einverstanden, dass der Graben beim Asternweg erweitert wird. Über ihn soll das Wasser Richtung Süden abgeleitet werden und dann in einem Kanal bis zum Gleitsbach laufen.

Am 17. Dezember war das zweite Anliegergespräch mit den Hauseignern aus dem Bereich "Gwendäcker". Hier neigt sich das Gelände hin zu den Häusern. Das ankommende Wasser bringt Erde mit, läuft in den Ahorn- und Buchenweg, dringt in die Anwesen und auch in den Mischwasserkanal ein. Auch hier haben die beteiligten Bauern zugestimmt, dass entlang der Gebäude, beim Ulmenweg angefangen bis zur Schulgasse, ein Graben, den die Landwirte selbst ziehen, das überflüssige Nass bis in den Zanklgraben ableitet.

"Das ist zwar kein Schutz vor einem Jahrhundertregen, aber dieser würde, wie das Konzept sagt, 3,5 Millionen Euro kosten", resümierte Bürgermeister Scharl. Die betroffenen Hausbesitzer, die laufend mit dem Wasser zu kämpfen haben, sähen dies als brauchbare Lösung an und seien einverstanden.

Johann Gruber fügte an, dass die Landwirte das freiwillig machen. Der Gemeinderat war einstimmig für die Maßnahme.

Wie viele andere Gemeinden hatte auch Bechtsrieth Stabilisierungshilfe vom Freistaat beantragt. Begründet wurde dies mit notwendigen Infrastrukturmaßnahmen nach eben diesen starken Regenfällen sowie einem Gewerbesteuerrückgang in den Jahren 2009 und 2012. Beantragt wurden 50 000 Euro. "Leider abgelehnt", teilte der Rathauschef den Gemeinderäten mit.

Versuch misslungen

Die Regierung habe mitgeteilt, dass Bechtsrieth die erforderlichen Kriterien nicht erfülle. Es sei keine finanzielle Härte gegeben, die eigene Verschuldung sei auch zu gering, und zudem habe die Kommune Rücklagen. "Wir haben es versucht", merkte Scharl lakonisch an.
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